Ukrainische Industrie gehört zu den größten Energieverbrauchern weltweit

26.02.08 Mitteilungen, Energieeffizenz

Energiespartechnik aus Deutschland soll helfen, den Verbauch zu senken


Seit Anfang des Jahres muss die Ukraine fast vierzig Prozent mehr für russisches Erdgas zahlen. Der Preis pro tausend Kubikmeter ist von 139 Dollar auf 179 Dollar in die Höhe geschossen. Experten rechnen damit, dass die Energiepreise weiter steigen werden.

Was für die ukrainische Wirtschaft besonders schmerzhaft ist: Die teure Energie wird oft sinnlos vergeudet. Und das, obwohl die Ukraine zu den größten Energieverbrauchern der Welt gehört. Ein Beispiel: Um 1000 Euro Brutto-Inlands-Produkt zu erwirtschaften, müssen in der Ukraine 100 Gigajoule Energie eingesetzt werden. Polen kommt mit 15 Gigajoule aus, Deutschland verbraucht lediglich 7 Gigajoule.

Grund für den hohen Energieverbrauch: Viele Industrieunternehmen arbeiten mit alter Technik aus der Sowjetzeit, bei der viel Energie verpulvert wird. Der Verbrauch an Erdgas ist deshalb drei mal so hoch wie in Westeuropa. Allein die ukrainischen Stahlkonzerne verbrauchen 12 Prozent des gesamten Erdgases des Landes. „Die ukrainische Industrie ist durch billiges Erdgas verwöhnt“, sagte Präsident Juschtschenko Ende 2006. Damit ist nun Schluss.

Wegen der hohen Energiepreise müssen ukrainische Unternehmen mehrere Milliarden Euro für Energiespartechnik ausgeben. Besonders betroffen sind die Stahlgiganten im Osten des Landes, die wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung in der Ukraine beitragen. Um ihren Energieverbrauch zu senken, setzen sie auch auf High-Tech aus Deutschland.

„Deutsche Energiespartechnik ist in der Ukraine gefragt und die Unternehmen sind bereit, dafür Geld auszugeben“, sagt Karin Rau, Delegierte der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine. Deutsche Unternehmen haben den Nachholbedarf erkannt. Die deutschen Exporte in die Ukraine steigen pro Jahr um 25 Prozent. Im letzten Jahr sind sie sogar um 38 Prozent gestiegen – bei einem Wirtschaftswachstum von 12 Prozent.

(Pressemitteilung des Delegiertenbüros)

Info: Das Delegiertenbüro veranstaltete am 26. Februar 2008 ein Informationsforum über den Markt für engergieeffiziente Technologien in der Ukraine. Unternehmer, Wissenschaftler, Politiker und Journalisten konnten sich über aktuelle Entwicklungen informieren.