Polnische Zollbeamte beenden wochenlagen Streik

29.01.08

Die polnischen Zollbeamten haben ihren Streik beendet. Das gaben Vertreter des Zolldienstes bekannt, nachdem Ministerpräsident Donald Tusk versprochen hatte, das Gehalt der Zöllner um 500 Zloty zu erhöhen. Spediteure und LKW-Fahrer hoffen nun, dass der Güterverkehr an der ukrainischen Grenze wieder ins Rollen kommt.

 

Polnische Zollbeamte waren seit Ende Dezember in einen so genannten „Wildcat-Streik“ getreten. Viele meldeten sich krank oder kamen erst gar nicht zur Arbeit. Weil nur wenige Zollbeamte arbeiteten, waren die Grenzen zur Ukraine, Russland und Weißrussland dicht. Auf der polnischen Seite steckten über dreitausend LKW im Stau, auf der ukrainischen Seite saßen mehr als tausend LKW-Fahrer fest. Auch der Güterverkehr der Bahn war zum Erliegen gekommen. In Lemberg, nahe der polnischen Grenze, steckten über 1500 Güterwaggons fest.

Die Transportwirtschaft gab bekannt, dass durch den Streik ein Schaden in Höhe von mehreren Millionen Dollar entstanden sei. Nach einem Bericht der ukrainischen Zeitung „Delo“ sollen Spediteure während des Streiks etwa 75000 Euro pro Tag verloren haben.

Polnische LKW-Fahrer waren von dem Streik besonders betroffen. Sie verlangten von der Regierung, das Zollpersonal zu erhöhen. Aus Protest gegen die schleppende Zollabfertigung blockierten sie Mitte Januar den Grenzübergang Dorohusk-Jagodin. Vor zwei Tagen drohten LKW-Fahrer, alle Straßen Richtung Osten und in Warschau zu blockieren, falls die Regierung nicht auf die Forderung der Zollbeamten eingehe.

Die Zollbeamten hatten von der Regierung bessere Arbeitsbedingungen verlangt. Das Zollpersonal sei überarbeitet, unterbesetzt und zu niedrig bezahlt, klagten sie. Schwierigkeiten bereite den Zöllnern auch die Verschärfung der Grenzkontrollen nach dem Schengen-Beitritt Polens. Die Regierung habe das Grenzpersonal nur ungenügend auf die schärferen Bestimmungen vorbereitet. Viele Zöllner seien mit dem rasanten Anstieg des LKW-Aufkommens an der ukrainischen Grenze überfordert.

(Mitteilung des Delegiertenbüros)