Polnische Zöllner kündigen neue Streiks an

01.02.08 Grenzverkehr

Die Gewerkschaft der polnischen Zollbeamten hat neue Streiks angekündigt. Man fühle sich von der Regierung in Warschau nicht ernst genommen, sagte eine Sprecherin der Zollbeamten. Die Verhandlungen mit der polnischen Regierung sei Zeitverschwendung gewesen, kritisiert sie. In dieser Woche hatte die Gewerkschaft mit der Regierung über Gehaltserhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen verhandelt. Am 28. Januar versprach Ministerpräsident Donald Tusk, das Gehalt der Zöllner um 500 Zloty zu erhöhen. Dieses Angebot geht der Gewerkschaft nicht weit genug. Sie fordert eine Gehaltserhöhung um 1500 Zloty, was etwa 420 Euro entspricht.

In dieser Woche wurde durch den Zollstreik der LKW-Verkehr an der Grenze zur Ukraine, Russland und Weißrussland lahm gelegt. Weil Zollbeamte in Polen laut Gesetz nicht streiken dürfen, organisierten die Zöllner so genannte „Wildcat-Streiks“. Viele meldeten sich krank, bummelten oder erschienen erst gar nicht zur Arbeit.

Ein Vertreter der ukrainischen Spediteur-Unternehmen erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur UNIAN, welche Auswirkungen der Streik auf den Warenverkehr zwischen der EU und der Ukraine hat. Achtzig Prozent der Exportgüter gelangen über Polen in die EU oder umgekehrt. Der Ukraine sei während des Streiks ein Schaden von etwa zehn Millionen Euro pro Tag entstanden.

http://unian.net/ukr/news/news-233757.html

(inoffizielle Übersetzung des Delegiertenbüros)