Deutsch-Ukrainischer Außenhandel weiter im Aufwärtstrend

27.02.18 AHK Ukraine - News-Hauptkategorie

(c) BURST/Matthew Henry

Der Warenaustausch zwischen deutschen und ukrainischen Unternehmen stieg im Jahr 2017 weiter deutlich – und zwar gesamt um 22,4%. Dabei überholte das Wachstum der ukrainischen Exporte mit plus 24,4% im Vergleich zum Vorjahr das erste Mal seit vielen Jahren die Wachstumsdynamik der deutschen Importe, die „nur“ ein Plus von 21,9% erreichten. Die stärksten Wachstumstreiber bei ukrainischen Exportprodukten nach Deutschland waren landwirtschaftliche Produkte mit plus 69%, metallurgische Produkte mit plus 57% sowie chemische Erzeugnisse mit plus 39%.

Aber auch in anderen Bereichen zeigten Produzenten aus der Ukraine, dass sie immer erfolgreicher Handelsbeziehungen mit deutschen Partnern entwickeln: bei den elektrischen Ausrüstungen verzeichnet die Statistik ein Plus von 23%, bei Metallerzeugnissen ein Plus von 19,5%. Die ukrainische Bekleidungsindustrie legte bei den Exporten nach Deutschland um 17%, der Maschinen- und Anlagenbau um 16,5% und die Nahrungsmittelproduzenten um 14,5%. Auch die Automobilzulieferbranche in der Ukraine, die stark von ausländischen Investoren geprägt ist, konnte einen Zuwachs von 11% verzeichnen.

Beim Wachstum deutscher Importe in die Ukraine im Jahr 2017 standen Kraftfahrzeuge mit einem Plus von 38,5% an erster Stelle, gefolgt vom Maschinen- und Anlagenbau mit 30%.

Wenn man den deutsch-ukrainischen Außenhandel in seine Warengruppen aufteilt, liegen bei den ukrainischen Exporten nach Deutschland Automobilzulieferteile mit 22% wieder an erster Stelle. Hiermit setzt sich das Bild aus dem Vorjahr fort, dass ausländische, vor allem deutsche Automobilzulieferer, die in der Ukraine produzieren, auch einen großen Teil der ukrainischen Exporte nach Deutschland ausmachen. Aber Produzenten mit ukrainischem Kapital ziehen mit großer Geschwindigkeit nach: an zweiter Stelle bei den Exporten nach Deutschland liegen landwirtschaftliche Erzeugnisse mit 15% gefolgt von der Metallurgie mit einem Anteil von 12,2% sowie der Bekleidungsindustrie mit 8% Anteil; Nahrungsmittel liegen mit 7% schon an fünfter Stelle bei den ukrainischen Exporten nach Deutschland.

„Die ukrainische Wirtschaft diversifiziert sich weiter. Es ist durchaus gut, dass auch die Metallurgie in der Ukraine wieder auf die Füße kommt. Gleichzeitig sehen wir aber, dass sich die ukrainische Leichtindustrie mit höherwertigen Produkten einen immer größeren Anteil am deutsch-ukrainischen Außenhandel erkämpft!“, führt Andreas Lier, Präsident der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer aus.

Eine weitere sehr positive Entwicklung dabei ist, dass der deutsch-ukrainische Außenhandel Jahr für Jahr immer ausgeglichener wird: „Während im Jahr 2012 die ukrainischen Exporte nach Deutschland nur auf einer Höhe von 25% der deutschen Importe in die Ukraine lagen, erreichte der ukrainische Außenhandel nach Deutschland im Jahr 2017 schon 51% der deutschen Importe in die Ukraine. Und die Ukraine holt dabei weiter auf, denn ihre Exporte wachsen schneller als die deutschen Importe“, fügt Alexander Markus, Vorstandsvorsitzender der Kammer, hinzu.

Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland, Wiesbaden, sowie eigene Berechnungen