Struktur der Wirtschaft

Nach dem Zusammenbruch der zentralistischen Planwirtschaft Anfang der 90er Jahre wurde das ehemalige Staatsvermögen rasch privatisiert. Aus dieser Entwicklung ist eine Gruppe von "Oligarchen" hervorgegangen, die eine maßgebliche Rolle bei wirtschaftspolitischen Entscheidungen spielt. Gleichzeitig sind bis heute wesentliche Teile der Wirtschaft in Staatshand verblieben.

Der Osten des Landes ist das (schwer-)industrielle Zentrum der Ukraine, der Westen ist ländlich geprägt. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die metallurgische und chemische Industrie, die Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie sowie der Maschinenbau. Wachstumsmotoren waren vor Beginn der Krise v.a. der Exportsektor und der Konsum. Letzterer wurde durch ein starkes Kreditwachstum (v.a. auch in Devisen) getragen. Die ukrainische Industrie leidet unter geringer Wettbewerbsfähigkeit aufgrund veralteter Anlagen und hohen Energieverbrauchs. Zugleich ist die Ukraine in hohem Maße von Energieimporten abhängig.

Die Ukraine weist eine Reihe von Standortvorteilen auf: einen mit rund 45,6 Millionen Einwohnern relativ großen Binnenmarkt, einige hoch entwickelte Nischensektoren, wie Flugzeug- und Raketenbau, die geographische Nähe zu den Absatzmärkten in der EU und in Osteuropa, einen hohen Nachholbedarf bei Konsum und Modernisierungsinvestitionen, gute natürliche Voraussetzungen für die Landwirtschaft sowie ein vergleichsweise niedriges Lohnniveau bei grundsätzlich hohem Ausbildungsstand.