Fotos unserer zurückliegenden Veranstaltungen

Das Presse-Briefing zum Thema “Perspektiven der Entwicklung der Geschäftsbeziehungen zwischen der Ukraine und der Bundesrepublik Deutschland“ am 07. Juni 2017 07

AHK-Roadshow: Delegationsreise Odesa und Mykolaiv vom 07.-09.06.2017

AHK-Roadshow: Delegationsreise Kharkiv vom 11.-12.04.2017

2. Vollversammlung der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer am 28.03.2017 im Hotel Hilton, Kyiv

Gemeinsamer Neujahrsempfang der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Kiew und der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer am 31.01.2017.

Jahresabschlussveranstaltung der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer am 13.12.2016

Zweites Deutsch-Ukrainisches Wirtschaftsforum „POTENZIALE, REFORMEN, ZUSAMMENARBEIT“, 11. OKTOBER 2016, KYIW

Festlicher Empfang aus Anlass der Eröffnung der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer in Kiew am 10.10.2016

Sommerfest 2016

28.01.2016

Neujahrsempfang 2016

Beim gemeinsamen Neujahrsempfang von deutscher Botschaft und Delegation kamen am 28. Januar mehr als 200 Unternehmensvertreter im Atrium der Kanzlei in Kiew zusammen.

Botschafter Weil unterstrich in seiner Rede, dass die deutsche Wirtschaft mit ihren Investitionen und ihrem Bleibewillen trotz der Krise ganz erheblich zu der sich abzeichnenden Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage im Land beigetragen habe.

Der Delegierte Markus hob hervor, dass die Umsetzung des Freihandelsabkommens nach dem ersten Eindruck relativ reibungslos Anfang des Jahres auch auf der ukrainischen Seite begonnen habe. Besonders freute die Veranstalter die Teilnahme der Botschafter Österreichs und der Schweiz, des Präsidenten der Handels- und Industriekammer der Ukraine, des Vorsitzenden des Steuerdienstes der Ukraine, des deutschen Generalkonsuls aus Dnipropetrovsk und der Honorarkonsulin aus Kharkiv.

18.06.2015

SOMMERFEST der Deutschen Wirtschaft 2015

24.03.2015

Krisenmanagement in der gegenwärtigen Situation in der Ukraine

Die Situation in Politik und Wirtschaft in der Ukraine stellt immer größere Anforderungen an das Business um zu überleben. Der Deutsche Wirtschaftsklub Kiew und die Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine haben am  Dienstag, den 24. März zur Diskussion zum Thema "Krisenmanagement in der angespannten Situation" ins Hotel „Opera“ eingeladen.

17.02.2015

Wirtschaftstag „Bayern trifft Ukraine“

Am 17. Februar lud die Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine gemeinsam mit der HIK Lviv sowie der HIK Ukraine bayerische und ukrainische Unternehmen zu einem Wirtschaftstag nach Lviv ein.

29.01.2015

Neujahrsempfang 2015

Am 29. Januar lud die Delegation gemeinsam mit der Botschaft sowie dem DWK zum diesjährigen Neujahrsempfang ein. Mit über 300 Gästen war diese Veranstaltung wieder Mal ein voller Erfolg. Als Gastredner trat Vizepremier Zubko auf, der ausländischen Investoren versprach, dass er alles in seiner Macht stehende tun werde, damit ihr Engagement in der Ukraine sicher sein werde. Zum Abschluss der Reden stellte sich auch noch die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", besser bekannt unter dem Begriff „Zwangsarbeiterstiftung“, vor, die nach Partnern in der Wirtschaft aus Anlass des siebzigjährigen Jubiläums des Ende des Zweiten Weltkriegs in diesem Jahr im Mai sucht.

17.12.2014

"Einblicke in die deutsch-ukrainische Geschichte oder Warum die Losung von der Ukraine als „Brotkorb Europas“ entstanden ist?"

Am Mittwoch, den 17.12.14 fand die Vortragsveranstaltung mit Prof. Dr. Frank Golczewski, Universität Hamburg, Historiker & Autor des Buches „Deutsche und Ukrainer 1914-1939“. Heutzutage wird viel über die Geschichte des ukrainischen Staates gesprochen, um diese dann als Begründung für aktuelle Geschehnisse anzuführen. Unsere eigene, die deutsche Geschichte, ist dabei enger mit der ukrainischen verwoben, als man es gemeinhin denken mag. Aus diesem Grund haben wir – Delegation, DAAD und Deutsche Botschaft – einen versierten deutschen Historiker eingeladen, um uns Einblicke in die deutsch-ukrainische Geschichte zu geben.

05.12.2014

Jahresabschlussveranstaltung der Deutschen Wirtschaft 2014

Am Dienstag, den 02.12.2014 fand die traditionelle Jahresabschlussveranstaltung der Deutschen Wirtschaft statt, die dieses Jahr im Zusammenwirken mit der GIZ organisiert wurde. Der Event wurde dem aktuellen Thema „Die Europäische Vision der Ukraine“ gewidmet. Als Gastredner traten Herr Prof. Dr. Georg Milbradt, Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen a.D. und Olena Zerkal, Stellvertretende Außenministerin der Ukraine für Fragen der europäischen Integration auf.

23.09.2014

Oktoberfest der Deutschen Wirtschaft 2014

„O‘zapft is!“ hieß es auch in diesem Jahr wieder in der Deutschen Botschaft Kiew.

Die Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine im Zusammenwirken mit der Deutschen Botschaft und dem Deutschen Wirtschaftsklub lud am 23. September zum Oktoberfest der Deutschen Wirtschaft 2014 ein.

17.06.2014

UKRAINE NACH DEN WAHLEN: NEUE HERAUSFORDERUNGEN UND MÖGLICHKEITEN

Mit dem eindeutigen Votum des ukrainischen Volkes bei den Präsidentschaftswahlen am 25. Mai 2014 hat das Land einen weiteren Schritt in Richtung Rückkehr zur Stabilität gemacht.

Das Land steht ohne Frage vor neuen Herausforderungen, vor allem was die Situation in den beiden östlichen Regionen, Donezk und Luhansk, betrifft. Mit der klaren Aussage des ukrainischen Volkes für einen Präsidentschaftskandidaten, der sich klar zugunsten der EU-Assoziierung des Landes ausgesprochen hatte, entstehen aber auch ganz neue Möglichkeiten für die Ukraine.

Bei der Veranstaltung "Die Ukraine nach den Wahlen: neue Herausforderungen und Möglichkeiten", die am 17. Juni an der Deutschen Botschaft Kiew stattgefunden hat, haben Witalij Klitschko, Oberbürgermeister Kiew, Dr. Ricardo Giucci, Deutsche Beratergruppe, Detlev Wolter, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Donezk, sowie Michael Harms, Vorstandsvorsitzender AHK Russland, an diesem Nachmittag ihre Sicht der aktuellen Situation dargestellt.

23.01.2014

GEDANKENAUSTAUSCH ZUR AKTUELLEN SITUATION

Die Ereignisse der letzten Tage sind nicht dazu angetan, eine Stimmung zum Feiern aufkommen zu lassen. Aus diesem Grunde hat der Neujahrsempfang in der ursprünglich geplanten Form nicht stattgefunden und in einen „Gedankenaustausch zur aktuellen Situation“ unter den deutschen Wirtschaftsvertretern, der Botschaft, der Delegation und dem DWK umgewidmet wurde.

12.12.2013

JAHRESABSCHLUSSVERANSTALTUNG DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT IN DER UKRAINE

Die Delegation der Deutschen Wirtschaft organisierte auch in diesem Jahr am 12. Dezember die traditionelle AHK-Jahresabschlussveranstaltung der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine. Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse des Eastern Partnership Summits in Vilnius.

Die Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine bedankt sich bei all unseren Gästen und insbesondere bei unseren Rednern für ihre Teilnahme - dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland Herrn Dr. Christof Weil, dem Vize-Premier, Co-Vorsitzenden der High-Level Group zu wirtschaftlichen Fragen „Deutschland-Ukraine“ Aleksandr Vilkul, dem Präsident von USPP Anatolij Kinach, dem Präsident der HIK der Ukraine Gennady Chyshykov.

25.11.2013

Runder Tisch "Duale Berufsausbildung - deutsche Erfahrungen und Perspektiven in der Ukraine"

Im Rahmen eines Runden Tisches „Duale Berufsausbildung - deutsche Erfahrungen und Perspektiven in der Ukraine“, der am 25.11.2013 am Standort des Handels- und Industriekammers der Ukraine durchführt wurde, wurden Erfahrungen aus dem Bereich der deutschen und insbesondere bayerischen Berufsausbildung und die Praxisbeispiele der durch die deutsche Unternehmen in der Ukraine erfolgreich in Wege geleitete Berufsqualifizierung vermittelt und diskutiert.

Die Veranstaltung wurde von dem Beauftragten der bayerischen Wirtschaft in der Ukraine gemeinsam mit der Handels- und Industriekammer der Ukraine organisiert.

Die Keynote-Rede zum Thema „Duale Berufsausbildung in Bayern und Deutschland: ein Faktor zur Sicherung der Attraktivität des Investitionsstandortes in der Zukunft“ wurde von Jörg Engelmann, Leiter des Referat Berufsbildungspolitik/ -recht bei der IHK für München und Oberbayern gehalten.

Präsentationsunterlagen zum Downloaden:

Duale Berufsausbildung in Bayern und Deutschland: ein Faktor zur Sicherung der Attraktivität des Investitionsstandortes in der Zukunft, Jörg Engelmann, Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern

Berufliche und betriebliche Weiterbildung im Gastgewerbe, Mathias Brandt, Leiter GIZ Vorhaben „Beratung der Kommunalverwaltungen der Euro 2012 Austragungsorte“

Betriebliche Weiterbildung in der Baumaterialienbranche, Aleksandr Starchenko, Knauf Marketing TU, Kiev

Projektvorschlag: Ausbildungspartnerschaften zwischen Berufsschulen und Unternehmen in der Ukraine, Alexander Markus, Beauftragter der Bayerischen Wirtschaft in der Ukraine

Bildergalerie zum Runden Tisch "Duale Berufsausbildung ..."

31.10.2013

"Praxisbericht zu aktuellen Entwicklungen im ukrainischen Immobilienrecht"

Es war uns wichtig, eine Übersicht über die wichtigsten Neuerungen im Bereich Immobilienrecht in der Ukraine zu geben. Mit diesem Zweck organisierte der Arbeitskreis Recht am 31. Oktober 2013 die offene Sitzung zum Thema "Praxisbericht zu aktuellen Entwicklungen im ukrainischen Immobilienrecht". Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten der Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine statt. Es ging um steuerliche Schwerpunkte, Erfahrungen mit dem neuen Immobilienregister, Zahlungsabwicklung bei Immobiliengeschäft. 

 

 

Link zu Präsentationen:

Das neue Immobilienregister: Erfahrungsbericht.

Zahlungsabwicklung bei Immobiliengeschäften.

20 Jahre der deutsch-ukrainischen wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit

Vom 15. bis 17. Oktober 2013 wurden anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der deutsch-ukrainischen wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit Ergebnisse und Aussichten der Forschungskooperation auf dem Internationalen Forum „Wissenschaft. Innovationen. Technologien – 2013“ (KiewExpoPlaza, Kiew, wul. Salutna, 2B, Halle Nr. 2) präsentiert.

Am deutschen Gemeinschaftsstand wurden die gelungenen Beispieleauf  für Kooperationsprojekte aus verschiedenen Themenbereichen von der Biotechnologie bis zur Meeresforschung durch deutsche und ukrainische Forscher dargeslellt.

Darüber hinaus konnten sich die Besucher über Forschungs- und Förderprogramme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Alexander von Humboldt-Stiftung, des DAAD und anderer deutschen Einrichtungen informieren lassen.

Pressemitteilung zum downloaden

Bildergalerie zum Forum „Wissenschaft. Innovationen. Technologien – 2013“

Oktoberfest mit Wahlparty

Sommerfest 2013

Am 20. Juni fand das Sommerfest der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine 2013 statt. Bildergalerie finden Sie hier.

03.06.2013

Informationsveranstaltung des Arbeitskreises Recht zum Thema „Kartell- und Wettbewerbsrecht“

Am 29. Mai 2013 organisierte der Arbeitskreis Recht der Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine die Informationsveranstaltung zum Thema „Kartell- und Wettbewerbsrecht“. Die Konferenz fand in den Räumlichkeiten der Uni Credit Bank statt. Larissa Kolysnyk, die stlv. Vorsitzende des Antimonopolausschusses der Ukraine nahm an der Veranstaltung teil.  Sowohl das Programm, als auch die Vortragspräsentationen von der Veranstaltung finden Sie hier…

07.02.2013

Neujahrsempfang der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine

Es ist schon zu einer guten Tradition geworden, dass Botschaft und Delegation zu Jahresbeginn einen gemeinsamen Neujahrsempfang für die deutsche Wirtschaft ausrichten. Dieses Jahr bildete dabei keine Ausnahme und so luden der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Herr Dr. Christof Weil, und der Delegierte der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine, Herr Alexander Markus, die deutsche Wirtschaftscommunity am 7. Februar 2013 zu einem gemeinsamen Empfang in die Räumlichkeiten der Deutschen Botschaft Kiew ein. Als Ehrengast und Redner konnte der neue Wirtschaftsminister der Ukraine, Herr Igor Prassolow, gewonnen werden.

Bildergalerie

Ukraine und Europäische Union - wirtschaftspolitischer Ausblick auf die Herausforderungen des Jahres 2013

Am 17. Dezember 2012, kurz vor dem Start in die Weihnachtsferien luden die Delegation der Deutschen Wirtschaft und die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in der Ukraine zu einem wirtschaftspolitischen Ausblick auf die Herausforderungen des Jahres 2013 mit anschließendem weihnachtlichem Empfang ein. Die Veranstaltung fand im Kleinen Marienpalais statt.

Eröffnet wurde die Sitzung von Alexander Markus, dem Delegierten der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine. Er begrüßte ganz herzlich alle Anwesenden und übergab das Wort an Anka Feldhusen, Geschäftsträgerin a.i., Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Kiew.

Als deuscher Key-Note Speaker trat der Leiter International des DIHK, Dr. Volker Treier auf. Herr Dr. Treier ist gleichzeitig stellvertretender Hauptgeschäftsführer des DIHK und war vorher Chef-Volkswirt ebendort. Er hat eine Überblick über die Herausforderungen der Eurokrise in Deutschland und in der EU gegeben.

Von ukrainischer Seite hilten ihre Vorträge Ph.D. Oleksandr Chalyi, Ambassador Extraordinary and Plenipotentiary, und Igor Burakovsky, Institute for Economic Research and Policy Consulting.

Bilder von der Veranstaltung finden Sie bitte unter dem Link foto-kiew.com/ahk

27.09.2012

Runder Tisch „Mobilität von Nachwuchswissenschaftler: Förderungsmöglichkeiten in der Ukraine und in Deutschland“ und Seminar „Die Forschungslandschaft Deutschlands“

Am 18.10.2012 um 12.00 organisiert die Deutsche Botschaft an der Nationalen technischen Universität „Kiewer polytechnisches Institut“ (KPI) in Kiew einen runden Tisch zum Thema „Mobilität von Nachwuchswissenschaftlern: Förderungsmöglichkeiten in der Ukraine und in Deutschland“.

Im Rahmen des Runden Tisches werden folgende Fragen erläutert:

  • Welchen Stellenwert hat die weltweite Mobilität von Nachwuchswissenschaftlern in der Forschungspolitik der Bundesrepublik Deutschland? 
  • Aus welchen politischen, kulturellen, wirtschaftlichen Gründen werden ausländische Studenten und Wissenschaftler in Deutschland gefördert? 
  • Welche gemeinsamen Mobilitätsprogramme mit anderen Ländern gibt es? Wie gewinnt Deutschland deutsche Wissenschaftler aus dem Ausland zurück? 
  • Und wie funktionieren Alumni- und Rückkehrprogramme in Deutschland. 

Bitte melden Sie sich per E-Mail an: wi-11@kiew.diplo.de; Kontaktperson: Frau Evgenia Inosemtseva, Tel.: 044 2476814.

Am 19.10.2012 veranstaltet das DAAD-Informationszentrum Kiew das Seminar „Die Forschungslandschaft Deutschlands“ um 9.00 an KPI

Am 19. Oktober 2012 stellt sich die Forschungslandschaft Deutschlands vor. Am Seminar beteiligen sich die Vertreter des Internationalen Büros des BMBF, der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Alexander von Humboldt-Stiftung. Es werden außerdem die Doppeldiplom-Programme der Gemeinsamen Fakultät für Maschinenbau am KPI und die „German and European Studies“ an der Mohyla-Akademie vorgestellt. Zur Teilnahme werden junge und erfahrene Wissenschaftler eingeladen, die Anmeldung erfolgt per E-Mail an: projekt@daad.org.ua

13.07.2012

Konferenz der Exportinitiativen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz:

Deutschland ist die drittgrößte Exportnation. Dabei lebt der Export aus Deutschland vor allem von innovativen, kreativen und technologisch führenden Produkten und Dienstleistungen und vom Know-how. Dies gilt für alle Wirtschaftsbereiche und soll auch für die Zukunftsbranchen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz gelten. Deshalb hatte der Deutsche Bundestag beschlossen, den Export durch die vielfach mittelständischen Unternehmen in diesen Bereichen zu fördern.

Die Exportinitiativen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) können nach Jahren mit eindrucksvollen Ergebnissen aufwarten. Den meisten der teilnehmenden Unternehmen ist der Markteinstieg im Ausland mit Hilfe der Exportinitiativen gelungen. Die durch den Export erwirtschafteten Umsätze und die vielen neu gegründeten Vertriebsniederlassungen im Ausland sind ein Indiz für die Erfolgsorientiertheit der Exportinitiativen, aber insbesondere auch für die Leistungsfähigkeit und Technologieführerschaft der deutschen Unternehmen. Produkte und Dienstleistungen „Made in Germany“ haben weltweit einen hervorragenden Ruf.

Inzwischen haben bereits mehrere tausend Unternehmen an den Veranstaltungen der Exportinitiativen teilgenommen. Viele Unternehmen nutzen das Angebot mehrfach. Es gibt jedoch sicher noch viele Unternehmen, die gerne exportieren möchten, aber den Einstieg nicht finden oder Sorge haben, sich mit dem Exportgeschäft zu übernehmen. Das können Sie ändern. Die Exportinitiativen des BMWi unterstützen Sie dabei gern und laden daher zu der

Konferenz der Exportinitiativen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz:
Auf in neue Märkte!
am Donnerstag, den 30. August 2012,
im „Café Moskau“, Karl-Marx-Allee 34, 10178 Berlin

ein.

Auf der Konferenz erfahren Sie mehr zu den Themen Auslandsmarktinformation, internationale Geschäfts- und Kontaktanbahnung sowie Auslandsmarketing. Sie treten in Kontakt mit Unternehmern, die von ihren Erfahrungen im Exportgeschäft und mit den Exportinitiativen berichten und diskutieren mit internationalen Experten sowie den Partnern der Exportinitiativen Fragen zum internationalen Markteinstieg. Auf der Konferenz wird Ihnen ein Forum gegeben, um sich über das vielfältige Angebot der Exportinitiativen zu informieren.

Das Programm finden Sie anbei als PDF.

Über den folgenden Link gelangen Sie zur Anmeldeseite für die Veranstaltung:
http://www.bmwi-veranstaltungen.de/exportinitiativen/

Auf der Anmeldeseite können Sie sich auch zu den regionalen Workshops Westeuropa, Mittel- und Osteuropa, Russland, MENA, Lateinamerika, Südostasien/Subsahara-Afrika und Industrieländer Übersee registrieren. Das Platzkontingent der Workshops ist begrenzt. Eine frühzeitige Anmeldung lohnt sich.

07.06.2012

Grüne Technologien für die Ukraine

Veranstaltung am 07.06.2012 im European Village

„Die „grüne“ Wirtschaft, oder neudeutsch „Green Economy“, ist heute in Deutschland nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern auch einer der Bereiche mit den größten Wachstumsraten. In Deutschland rechnet man ca. 8% des Bruttoinlandsproduktes dieser Branche zu, die doch eigentlich gar keine homogene Branche, sondern ein heterogenes Querschnittsthema darstellt. Für das Jahr 2020 rechnet man in Deutschland schon mit einem Anteil von 14% am BIP. Weltweit geht man davon aus, dass der Umsatz der Green Economy 3.100 Mrd. EUR ausmachen wird – mit einem jährlichen Wachstum um die 7%.“

Mit diesen Zahlen umriss Robert Kirchner von der Deutschen Beratergruppe am 7.6.2012 auf der Veranstaltung „Green Economy: Alternative Technologien in Industrie, Bau- und Kommunalwirtschaft“ das Thema und dessen Bedeutung nicht nur für die deutsche sondern auch für die Weltwirtschaft insgesamt.

20 Jahre nach der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro, damals euphorisch „Erdgipfel“ genannt, haben alternative und nachhaltig funktionierende Wirtschaftsbereiche so ein Gewicht in der deutschen und europäischen Wirtschaft erhalten, dass die Delegation der Deutschen Wirtschaft dies zum Anlass nahm, um an diesem Tag eine Diskussionsveranstaltung im European Village, Kiev, zu veranstalten.

Als Keynote-Speaker stellte dann Ihor Kovaliov von der Staatlichen Agentur für Energieeffizienz und Energieeinsparung dar, was die Regierung der Ukraine unternimmt, um den Anteil an erneuerbaren Energien sowie den Einsatz von energieeffizienten Technologien im Land nach vorn zu bringen. Aus dem Publikum kamen dazu kritische Fragen, warum die komplizierten Genehmigungsverfahren bei Projekten mit erneuerbaren Energien wie Solar- oder Windkraft inzwischen dazu führten, dass ausländische Projektentwickler kaum noch reale Chancen hätten. Das könne, so ein Fragesteller, doch nicht im Interesse des Landes sein, das ja eigentlich angesichts des hohen Gaspreises alles tun müsse, um den Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix in der Ukraine viel schneller zu erhöhen.

Dr. Michael Freudenberg, Deutsche Botschaft Kiew, ging auf die Forderung des IMF an die Ukraine ein, die Tarife für kommunale Versorgungsleistungen und vor allem Energie näher an das Weltmarktniveau heranzuführen. Er wies darauf hin, dass das ja nicht nur volkswirtschaftlich sinnvoll, sondern auch aus Sicht des Staatshaushaltes der Ukraine, die ja die niedrigen Energiepreise subventionieren muss, dringend geboten sei.

Diese Sicht der Dinge wurde auch in der abschließenden Diskussion mit dem Publikum noch einmal von Herrn Kirchner von der Deutschen Beratergruppe unterstrichen. Er forderte, dass die Preise für Versorgungsleistungen wenigstens an die Grenze der Kostendeckung herangeführt werden müssen. Es könne nicht sein, so Herr Kirchner, das sich die privaten Haushalte, wenn man mal die Tarife mit dem geringsten Verbrauch betrachtet, nur mit einem Anteil von 16% an den realen Kosten der Gasversorgung beteiligten. Das führe zu einer völligen Verzerrung des Markgefüges und verhindere, dass sich Verbraucher nach energieeffizienteren Lösungen umsähen.

Darüber hinaus, so Kirchner weiter, verbrauche die Ukraine fast vier Mal so viel Energie gemessen am BIP wie die 27 EU-Länder im Durchschnitt und der Anteil erneuerbarer Energien liege gemessen am Primärenergieverbrauch immer noch bei nur 3%.

Thomas Süßenbach gab einen Praxisbericht über Windenergieprojekte, die von der WKN AG heute in der Ukraine – vor allem auf der Krim, aber auch im Odessa Gebiet – geplant werden. Trotz vieler Herausforderungen bei der Umsetzung solcher Projekte gab er sich sehr zuversichtlich, dass das große Potenzial der Ukraine auf diesem Gebiet die Mühen lohnen würde, sich hier zu engagieren.

Wolfgang Gomernik vom in diesem Jahr gegründeten Green Building Council Ukraine erläuterte in seinem Beitrag den Begriff des „Lebenszyklus eines Bauwerkes“ und wie heute beim nachhaltigen Bauen nicht mehr nur kurz- und mittelfristige Aspekte eine Rolle spielten, sondern man die Kosten und Aufwendungen für ein Bauwerk über eben diesen gesamten Lebenszyklus betrachten müsse. Der Lebenszyklus umfasst Errichtung, den Betrieb, die Erneuerung sowie den Abriss eines Gebäudes, in der Fachsprache „Rückbau“ genannt. Damit kämen auch solche Themen wie „Unterhaltungskosten“ und „Energieverbrauch“ von Gebäuden ins Spiel, die dann im Verhältnis zu den Baukosten zu sehen wären und ganz andere Investitionsentscheidungen sinnvoll erscheinen ließen. Ein wichtiger Faktor, der dabei eine Rolle spielt, ist neben der Reduzierung der Betriebskosten, Reduzierung des Energieverbrauchs sowie der bestmöglichen Nutzungskombination auch die Erhöhung der Behaglichkeit der die Immobilie nutzenden Menschen.

Hierbei spielt natürlich Wärmedämmung eine große Rolle, gerade in Ländern mit relativ kalten Wintern wie in der Ukraine. Anna Dukhno, Knauf Insulation, wies darauf hin, das 40% des gesamten Energieverbrauchs in Gebäuden stattfindet. Damit liegen gerade in diesem Bereich enorme Potenziale für Energieeinsparung und effizientere Nutzung dieser immer knapper werdenden Ressourcen. Man könne, so Frau Dukhno, in einem Land wie der Ukraine sehr viel durch einfache Wärmedämmung erreichen – eine Energieeinsparung von insgesamt 70-80% wäre durchaus realistisch. Wichtig wäre dabei aber, dass auch Mechanismen geschaffen werden, die Anreize für die Verwendung moderner Technologien und Materialien bieten würden, weil sonst die kurzfristige Betrachtungsweise bei den meisten Bauherren obsiege und am Ende wieder nur das klassische „Fensterchen“ als einziges Instrument der Thermoregulierung einer Wohnung bleibe.

Die Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine dankt der GIZ, insbesondere dem Projektteam um Kristina Siebert vor Ort, der Delegation der Europäischen Union sowie der Stadtverwaltung Kiews für die Möglichkeit, dass man diese Veranstaltung im European Village durchführen konnte.

Besonderer Dank gilt auch dem Freistaat Bayern sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die die Durchführung der Veranstaltung durch ihre finanzielle Unterstützung erst möglich gemacht hatten.

25.04.2012

Traditionelles Treffen der Deutschen Wirtschaftscommunity zu den Themenbereichen aktueller Stand des Assoziierungsabkommen und neuer Zollkodex

Vor dem Hintergrund der Ende März erfolgten Paraphierung des Assoziierungsabkommens zwischen der Ukraine und der EU lud die Delegation der Deutschen Wirtschaft am 25. April 2012 zum traditionellen Treffen der Deutschen Wirtschaftscommunity in die Räumlichkeiten des Kleinen Marienpalais in Kiew ein.  Rund 170 Gäste waren der Einladung der Delegation gefolgt, darunter  zahlreiche Vertreter in der Ukraine tätiger deutscher Unternehmen, aber auch verschiedene Vertreter ukrainischer Ministerien sowie weitere honorige Persönlichkeiten aus verschiedenen staatlichen Institutionen. Am Präsidium nahmen neben der gastgebenden Delegierten, Frau Karin Rau, auch der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Herr Dr. Hans-Jürgen Heimsoeth,  sowie Herr Vladimir Bandurov, stellvertretender Wirtschaftsminister der Ukraine und Herr Alexander Dorokhovskiy, erster stellvertretender Vorsitzender des Staatlichen Zolldienstes der Ukraine, Platz. Auf der Agenda stand in erster Linie die im Assoziierungsabkommen vorgesehene Errichtung einer Freihandelszone sowie die inhaltlichen Bestimmungen und Auswirkungen des mit 1. Juni in Kraft tretenden neuen Zollgesetzbuches.

Die Delegierte der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine betonte in ihrer einleitenden Rede die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den staatlichen Einrichtungen der Ukraine, im Besonderen dem Zollkomitee der Ukraine und begrüßte die Beschlussfassung eines neuen Zollkodexes durch die Verkhovna Rada der Ukraine, welcher substanzielle Verbesserungen für die im Außenhandel tätigen Unternehmen mit sich bringen werde. Als ein positives Signal bewertete Frau Rau die Paraphierung des Assoziierungsabkommens zwischen der Ukraine und der Europäischen Union, dessen Kernstück für die Wirtschaft die Errichtung einer Freihandelszone darstellt. Darüber hinaus zeigte sich Frau Rau davon überzeugt, dass die beiden Dokumente die Integration der Ukraine in Richtung Europa weiter beschleunigen und das Land wirtschaftlich nach vorne bringen wird. In weiterer Folge nahm Frau Rau Bezug auf eine kürzlich durchgeführte Umfrage zum Geschäftsklima in der Ukraine, in welcher deutsche Unternehmen in der Ukraine das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 bewerteten und eine Prognose für das laufende abgaben (detaillierte Ergebnisse zur Umfrage finden Sie auf unserer Webseite). Besondere Erwähnung fand dabei der Umstand, dass knapp zwei Drittel der deutschen Unternehmerschaft in der Ukraine im Jahr 2011 gute oder sogar sehr gute Umsatzzuwächse verzeichnen konnte. Für 2012 wurde das Wachstum des ukrainischen Marktes insgesamt als schwächer eingeschätzt. Dennoch gehen immer noch 43,1 Prozent von einer guten oder sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung des Marktes insgesamt aus. 37,9 Prozent der Firmen prognostizierten für sich ein geringeres Wachstum oder gar Stagnation,  8,6 Prozent erwarten in 2012 einen Rückgang des Umsatzes. Damit ist die Einschätzung für 2012 doch eher gespalten und ist laut Karin Rau ein klares Signal an die ukrainische Regierung, dass hinsichtlich der Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch einiges getan werden muss.

Der 1. stellvertretende Wirtschaftsminister der Ukraine, Herr Vladimir Bandurov, verwies in seinem Statement auf die schwierige wirtschaftliche Situation, mit der die Regierung zu Beginn ihrer Amtszeit zu kämpfen hatte. Dennoch schaffte man mit einem umfassenden Reformprogramm eine Trendwende und konnte dabei besonders in den letzten beiden Jahren sehr gute Ergebnisse erzielen. Vor allem die wiedererstarkte Industrieproduktion und ein Anziehen der Weltkonjunktur aber auch die zahlreichen Reformen in nahezu allen Bereichen sorgten für ein beständiges Wirtschaftswachstum, ein Anziehen der Außenhandelstätigkeit und einen historischen Tiefststand der Inflation. Den Worten des stellvertretenden Minister zufolge hat die ukrainische Regierung auch für das Jahr 2012 ein moderates Wachstum in Höhe von 3,9 Prozent errechnet. Herr Bandurov zeigte sich insofern einsichtig, dass noch eine Reihe von Aktivitäten gesetzt werden müssen, um die Ukraine für ausländische Investoren attraktiver zu machen. Er versicherte, die Regierung sei bemüht, die Modernisierung der Wirtschaft weiter voranzutreiben und deren Strukturierung – vor allem im Hinblick auf den Export – weiter zu diversifizieren. Hinsichtlich des Assoziierungsabkommens mit der EU ließ der stellvertretende Minister verlautbaren, dass die Paraphierung der erste Schritt zur endgültigen Umsetzung ist und sich die ukrainische Regierung zur Integration in Richtung Europäische Union bekennt.

Der stellvertretende Vorsitzende des staatlichen Zolldienstes der Ukraine, Herr Alexander Dorokhovskyi, kündigte in seinem Redebeitrag an, dass der neue Zollkodex nach der bereits erfolgten Unterschrift von Präsident Viktor Janukowitsch  mit 1. Juni vollinhaltlich in Kraft treten werde. Das neue Zollgesetzbuch bringt viele positive Veränderungen mit sich und wird zu zahlreichen Vereinfachungen, insbesondere einer Beschleunigung der Zollabwicklung führen. Im Zuge der Ausarbeitung hat sich die ukrainische Regierung in großem Maße an westeuropäische Standards gehalten und diese in vielerlei Hinsicht im neuen Kodex berücksichtigt. Dorokhovskyi ließ wissen, dass es beispielsweise zu einer Vereinfachung und Reduzierung der erforderlichen Zolldokumente kommen und die Abfertigung an den Grenzen in Zukunft binnen vier Stunden vonstattengehen werde.  Zudem enthält das Gesetz eine Reihe von Maßnahmen, die die Zollbeamten bei Verletzung von Vorschriften persönlich zur Verantwortung zieht. Der neue Zollkodex sieht außerdem die Schaffung einer Kategorisierung von sogenannten „akkreditierten Sonderzollunternehmen“ vor, welche den in der Kategorie erfassten Unternehmen eine zusätzliche Vereinfachung der Zollabwicklung bringt.

Herr Dr. Hans-Jürgen Heimsoeth, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, betonte in seinen Ausführungen die dringende Notwendigkeit nach einer Erhöhung der Anreize für ausländische Investoren. Die Schaffung einer Agentur zur Investitionsförderung sei dabei nicht das wirksamste Instrumentarium, vielmehr  bedarf es einer Beseitigung der gröbsten investitionshemmenden Hindernisse. In Hinblick auf das Assoziierungsabkommen gab Botschafter Herr Dr. Heimsoeth zu bedenken, dass man mit dem Abschluss der Verhandlungen und der kürzlich erfolgten Paraphierung bereits einen weiten Weg geschafft hätte. Allerdings ist für die Unterzeichnung die Zustimmung aller 27 EU-Mitgliedsstaaten erforderlich, was ein rasches Inkrafttreten des Abkommens auf Grund des fehlenden Konsenses in dieser Frage momentan verhindert. Laut Herrn Botschafter Dr. Heimsoeth würde die Öffnung des Marktes im Zuge der Schaffung einer Freihandelszone zweifelsohne zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit ukrainischer Unternehmen führen, die Attraktivität für ausländische Direktinvestitionen erhöhen und somit das Wohlstandsniveau der Bevölkerung nachhaltig positiv beeinflussen.

Im Anschluss an die Vortragsreihe nutzten die anwesenden Firmenvertreter die Möglichkeit, Fragen an die staatlichen Organe zu richten und in individuellen Gesprächen Auskunft zu den wichtigsten Neuerungen des neuen Zollgesetzbuches  zu bekommen.

Azarov sieht die Ukraine wieder zurück in der Erfolgsspur

 

Kiew (gtai) – „Glauben Sie nicht dem, was die Presseleute schreiben, vertrauen Sie nur dem, was Sie selbst wahrnehmen,“ riet Premierminister Mykola Azarov am 25. Januar 2011 in einem einstündigen Gespräch Vertretern der deutschen Business Community in der Ukraine. Bei dem Treffen ging es um Perspektiven, aber auch Problemfelder der Geschäftstätigkeit in der Ukraine. Die Veranstaltung im „Club des Ministerkabinetts“ fand auf Initiative und unter der Leitung der Delegierten der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine, Frau Karin Rau, statt.

 

Der ukrainische Regierungschef zeichnete in einem Eingangs-Statement ein positives Bild der jüngsten Wirtschaftsentwicklung in der Ukraine. Das reale Bruttoinlandsprodukt habe 2010 um 4,1% gegenüber 2009 zugenommen. (Im Jahre 2009 war das reale BIP um 15,9% geschrumpft; es hatte damit im europäischen Vergleich mit einer der höchsten Raten abgenommen.) Erstmals seit 2003, nach sieben Jahren also, sei die Inflation wieder einstellig gewesen; die gesamtwirtschaftliche Teuerungsrate habe 2010 nur noch 9% betragen, nach mehr als 12% in 2009. Nach Jahren politischer Unbeständigkeit und brüchiger Regierungskoalitionen herrsche wieder Stabilität. Der Regierungsapparat sei um die Hälfte verkleinert worden, was die Chance für ein schnelleres und wirksameres Regierungshandeln eröffne.

Die Kreditwürdigkeit (Bonität) der Ukraine habe sich, wie der Premierminister hervorhob, aufgrund der Bewertungen führender Rating-Agenturen zuletzt verbessert. Das Tempo der Zunahme der Auslandsverschuldung des Sektors „Staat“ sei im Jahre 2010 im Vergleich zu 2009 nicht weiter gewachsen. Seien in 2009 Kreditmittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) in einer Gesamthöhe von 11 Mrd. US$ nach Kiew geflossen, so habe man von dem Fonds in 2010 nur mehr 1,5 Mrd. US$ erhalten. (Am 28. Juli 2010 hat der IWF mit der Ukraine eine neue Beistandskreditvereinbarung mit 29 Monaten Laufzeit geschlossen und eine Kreditlinie über 15,3 Mrd. US$ eröffnet.)

Auch habe die Regierung, so ihr Chef, im Jahre 2010 die Bedingungen für Kapitalengagements ausländischer Unternehmen in der Ukraine verbessert. Investoren fänden heute ein vereinfachtes, weniger bürokratisches Regulierungsumfeld vor; so sei es weitaus leichter als früher, Baugenehmigungen zu erhalten. Ab dem 1. März 2011 werde es eine automatische Erstattung der Mehrwertsteuer für Exporteure geben.

Größere Misserfolge und ungelöste Probleme sprach Azarov ebenfalls kurz an. Im derzeitigen Wirtschaftsaufschwung würden die Landwirtschaft, der Brennstoff- und Energiesektor und die Bauwirtschaft bislang nicht mitgenommen. Beim angestrebten Abbau überflüssiger und schädlicher staatlicher Regulierung der Wirtschaft gebe es „Schwierigkeiten“. Die Zurückdrängung der Korruption mache nur langsame Fortschritte.

Im nachfolgenden Meinungsaustausch machte Frau Karin Rau den Anfang und kritisierte unter anderem, dass Investoren in der Ukraine im Rahmen ihrer Sachkapitaleinlagen für importierte Anlagegüter Mehrwertsteuer (Einfuhrumsatzsteuer) an den ukrainischen Fiskus entrichten müssen. Die deutsche Wirtschaftsdelegierte zielte mit ihrer Bemerkung auf einen klaren Standortnachteil der Ukraine in der Region, wenn es um die Einwerbung ausländischer Investitionen geht. In Russland zum Beispiel gilt für Produktionsanlagen, welche dortige Tochtergesellschaften ausländischer Investoren einführen, eine Befreiung von der Einfuhrumsatzsteuer – jedenfalls sofern diese Anlagen durch keine vergleichbaren in Russland hergestellten Anlagen substituiert werden können. In der Ukraine hätte eine umsatzsteuerfreie Einfuhr von Anlagegütern angesichts des dort geltenden Steuersatzes von 20% erhebliche Konsequenzen für die Projektplanung und -kalkulation. 

Der Bereichsvorstand Vertrieb Mittel- und Osteuropa einer großen deutschen Geschäftsbank, die nach eigenen Angaben an der finanziellen Abwicklung von zirka 20% des deutsch-ukrainischen Handels beteiligt ist, kritisierte die mangelnde Umsetzung vieler Gesetze, Verordnungen und Erlasse in der Ukraine. Dies trage wesentlich zur Rechtsunsicherheit für Investoren bei und begünstige zugleich die ohnehin weit verbreitete Korruption. Er wisse aus Hunderten von Gesprächen mit Vertretern deutscher mittelständischer Unternehmen, dass diese zwar oft Ausschau nach Investitionsmöglichkeiten im osteuropäischen Raum hielten, dass aber dabei die Ukraine als Zielland nur wenig gefragt sei.

Der Repräsentant eines führenden deutschen Abfallentsorgungs- und Recyclingunternehmens berichtete, dass man in einer großen ukrainischen Hafenstadt in einer Nacht- und Nebelaktion als Vertragspartner der Stadt ausgebootet worden sei. Der Vertrag mit fünfjähriger Laufzeit sei rechtswidrig nach nur kurzer Geltungsdauer einseitig mit einer Frist von ganzen drei Tagen gekündigt worden, und man werde Investitionen in Ausrüstungen zur Abfallentsorgung usw. im Umfang von 4 Mio. US$ möglicherweise vorzeitig abschreiben müssen. Azarov bestätigte, dass Kapitalengagements ausländischer Unternehmen im Bereich der kommunalen Müllabfuhr und Entsorgungswirtschaft in der Ukraine mit hohen Risiken behaftet seien. Er werde prüfen lassen, ob die Stadtverwaltung ihre vertraglichen Pflichten und geltendes ukrainisches Recht verletzt hat. Der Vertreter des Abfallentsorgers gab außerdem an, dass in einer anderen ukrainischen Großstadt die dortigen Kommunalorgane fällige Tarifanhebungen für die Müllabfuhr blockiert hätten. Dies sei aus Gründen populistischer Anbiederung an das Wahlvolk im Vorfeld der jüngsten Kommunalwahlen in der Ukraine geschehen. Man habe damit zur Wiederwahl der Spitzen der Stadtverwaltung beitragen wollen. Die Folge für die ukrainische kommunale Tochtergesellschaft des deutschen Investors: Sie schreibt derzeit tiefrote Zahlen.

Der Vertreter eines deutschen Windstromerzeugers verwies auf bestehende Investitionshemmnisse für sein Unternehmen in der Ukraine. So bestünden kaum überwindbare bürokratische Hürden für die Umwidmung von Flächen beziehungsweise die Ausweisung von Bauland zwecks Errichtung von Windparks. Außerdem rechne sich die Einspeisung des Öko-Stroms in die bestehenden Netze vorerst nicht – und das sowohl aus technischen als auch tarifären Gründen (wegen Unklarheiten bei der Anwendung geltender „grüner Tarife“ und wegen des Fehlens garantierter Einspeisevergütungen).

Der Geschäftsführer der ukrainischen Tochtergesellschaft eines namhaften deutschen Herstellers von Kabelbäumen für Kfz mahnte Nachbesserungen beim Zollregime für temporäre Einfuhren im Rahmen des grenzüberschreitenden Lohnveredelungsverkehrs an. Die Oberste Rada (das ukrainische Einkammer-Parlament) habe im März 2010 in erster Lesung mit breiter Mehrheit der Abgeordneten den Entwurf eines Änderungsgesetzes zum ukrainischen Zollgesetzbuch angenommen. Gemäß der Gesetzesnovelle Nr. 2163 sei vorgesehen, die höchstzulässige Frist für die Be- oder Verarbeitung der unter zollvergünstigten Bedingungen eingeführten ausländischen Rohstoffe und Materialien in der Ukraine, die nach der Lohnveredelung für die Wiederausfuhr bestimmt sind, auf das 4-fache zu verlängern: von 90 auf 360 Tage. Nach der ersten Lesung, so der Geschäftsführer, sei es um den Gesetzentwurf still geworden. Eine Novellierung sei aber dringend geboten, reiche doch die Zeit für die Be- oder Verarbeitung der eingeführten Materialien oft nicht aus. (Bereits jetzt ist es möglich, eine Revision der 90-Tages-Frist nach oben bewilligt zu bekommen, aber das Antrags- und Genehmigungsverfahren im ukrainischen Wirtschaftsministerium entbehrt weitgehend der Transparenz. Nach Angaben des Staatskomitees für Statistik hat die Ukraine im Jahre 2009 im Rahmen des internationalen Lohnveredelungsverkehrs Vorerzeugnisse im Gesamtwert von 1,7 Mrd. US$ ein- und verarbeitete Erzeugnisse im Wert von 2,8 Mrd. US$ ausgeführt.) Der Geschäftsführer sprach außerdem ein weiteres Mal bisher ungelöste Probleme im Zusammenhang mit multiplen Zertifizierungen von Maschinen und Anlagen aus der Einfuhr durch ukrainische Stellen an. Nach seiner Darstellung muss sein Unternehmen ständig neue Übereinstimmungszertifikate für Maschinen und Anlagen, welche in die Ukraine eingeführt werden und derselben Warengruppe angehören, einholen. Das sei mit enormem bürokratischem und Zeitaufwand sowie mit erheblichen finanziellen Mehrbelastungen verbunden. 

Auf die Frage des Vertreters eines führenden deutschen Erdgasimporteurs, wie es derzeit um die Pläne zur Modernisierung des ukrainischen Rohrfernleitungsnetzes für den Erdgas-Transit und um diesbezügliche gemischtnationale Projekte bestellt ist, äußerte sich Azarov bezüglich der Chancen eines trilateralen Gaskonsortiums unter Beteiligung Russlands, der Ukraine und der Europäischen Union skeptisch. Die Verhandlungen, welche Kiew und Moskau derzeit über Kooperations- und Investitionsprojekte auf dem Erdgassektor führten, hätten in letzter Zeit kaum Fortschritte gemacht. Man werde aber weiter verhandeln. Die ukrainische Seite sei nicht mit den Konditionen einverstanden, zu denen Moskau der Ukraine Zugang zur Gasförderung auf russischem Territorium gewähren wolle, das heißt zur Ausbeutung von Lagerstätten, die der Versorgung der ukrainischen Industrie mit Erdgas dienen könnten. (Azarov spielte dabei auf russische Vorschläge zur Gründung einer Gemischten Gesellschaft mit GazProm und NaftoHaz Ukrainy als Partnern an. In das Joint Venture soll die Ukraine das Transitgas-Transportsystem des Landes einbringen, aber Moskau ist offenbar nicht bereit, im Gegenzug die Aktiva des Gemeinschaftsunternehmens mit russischen Lagerstätten zur Erdgasförderung und zur Versorgung der Ukraine mit Erdgas auszustatten. Der Premierminister deutete an, dass die russische Seite einen Lagerstättenzugang der ukrainischen Wirtschaft und Industrie nur unter der Bedingung des käuflichen Erwerbs von Konzessionen gestatten wolle, wobei auch die Finanzierung der erforderlichen Investitionen in Lagerstättenerschließung und -abbau durch die Ukraine erfolgen müsse.)

Der Generaldirektor der ukrainischen Tochtergesellschaft eines großen deutschen transnationalen Technologiekonzerns lud die Ukraine ein, Projekten ähnlich denen, wie sie zum Teil bereits in Russland durchgeführt würden, näher zu treten, darunter Neuvorhaben im schienengebundenen Personenverkehr mit modernen Hochgeschwindigkeits- und Nahverkehrszügen. Als Pilotprojekt im Fernverkehr biete sich die Bahnstrecke Kiew-Donetsk an. Überdies sei der Bau von modernen Elektrolokomotiven (Mehr-Stromsystem-Lokomotiven) für die Ukraine von Interesse, vor allem falls es zum Bau der Schienengüterverkehrs-Magistrale mit russischer Breitspur von Moskau nach Wien durch die Ukraine und die Slowakei kommen sollte. Man habe auch temporäre Abfertigungsterminals für Flughäfen (etwa zur Lösung verkehrslogistischer Probleme bei der Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaftsendrunde 2012) sowie Windenergieanlagen im Angebot und sei ferner bereit und in der Lage, bei der Entwicklung und Einführung nachhaltiger IT-Systeme für Städte („City of the Future“) mit der Ukraine zusammenzuarbeiten. Der ukrainische Premierminister gab zu bedenken, dass es der ukrainischen Seite derzeit an Geld für die meisten dieser Vorhaben fehle. (H.M.)

Informationsveranstaltung

 

Informationsveranstaltung

zum neuen Steuerkodex der Ukraine

 

Am 17. November 2010 organisierte die Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine eine Informationsveranstaltung zum neuen Steuerkodex der Ukraine. Zum Zeitpunkt der Durchführung der Veranstaltung waren 211 Artikel durch das Parlament bestätigt und 129 mussten noch nachgearbeitet werden. Die wesentlichen und für Unternehmen und Unternehmer wichtigen Eckpunkte waren zu diesem Zeitpunkt jedoch schon weitestgehend beschlossen.

 Rund 70 Firmen und weitere Personen hatten an der Veranstaltung teilgenommen.

Als Referenten und Diskussionspartner standen:

-        Oleksandr Shnipko, stellvertretender Finanzminister der Ukraine;

-        Serhiy Lekar, stellvertretender Leiter der Staatlichen Steueradministration der Ukraine;

-        Yuriy Gladun, Leiter der Abteilung für außenwirtschaftliche Beziehungen der Staatlichen Steueradministration der Ukraine;

-        Dr. Ricardo Giucci, Deutsche Beratergruppe und Geschäftsführer BE Berlin Economics;

-        Thomas Otten, Direktor der Otten Consulting LLC und

-        Herr RA Denys Volkov, Rödl & Partner,

zur Verfügung.

In der Eröffnung begrüßte Frau Karin Rau die teilnehmenden Gäste und Referenten und verwies dabei auf die absolute Notwendigkeit einer zukunftsorientierten neuen Steuergesetzgebung. Dabei betonte sie, dass es sich bei dem neuen Steuergesetzbuch um einen richtigen und wichtigen Reformschritt handle, an dessen Zustandekommen internationale Berater und Experten maßgebend mitgewirkt hätten. Als Delegierte der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine sei es ihr ein Anliegen, deutsche Unternehmer und Unternehmensvertreter schon jetzt über die anstehenden Neuerungen zu informieren, um den Unternehmen Planungssicherheit bei ihren Geschäfts- und Investitionsvorhaben in der Ukraine einräumen zu können. Vor allem die Frage, welche Chancen und Risiken der neue Steuerkodex ausländischen Investoren biete, stünde heute und hier im Vordergrund.

 

Der stellvertretende Finanzminister der Ukraine Herr Oleksandr Shnipko bedankte sich bei der Delegation der Deutschen Wirtschaft, der Deutschen Beratergruppe,  Frau Rau und den deutschen Experten für ihr Mitwirken am Zustandekommen des Gesetzwerkes. Große Teile des Steuerkodexes seien demnach in Abstimmung mit dem IWF und zahlreichen internationalen Steuerexperten getroffen worden. Er verwies  daraufhin, dass es der Regierung der Ukraine vor allem darum ginge, die Schattenwirtschaft im Land einzudämmen, die nach Schätzungen in einer Größenordnung von 50-75 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung des Landes liege. Der Regierung geht es nicht darum, ehrliche Steuerzahler zusätzlich zu belasten oder gar zu bestrafen, sondern man verfolge den Gedanken, eine umfassende Steuergerechtigkeit herzustellen.

 

Die derzeitige Situation sei absolut unbefriedigend, da eine Vielzahl von Unternehmen zu geringe oder überhaupt keine Beiträge bezahlen würde. Man habe daher auf Grundlage der vorherrschenden Missstände ein ambitioniertes Programm ausgearbeitet, das bis 2014 schrittweise umgesetzt werden soll und den gewissenhaften Steuerzahlern zu Gute kommen werde. Die Regierung der Ukraine will die Sorgen und Anliegen der deutschen Investoren auch in Zukunft ernst nehmen. Als wesentliche Errungenschaften der neuen Gesetzesgrundlage hob der stellvertretende Finanzminister hervor, dass es bis 2014 zu nachhaltigen Steuersenkungen für Unternehmen kommt und ab 1. Januar 2011 die automatische Rückerstattung der Mehrwertsteuer eingeführt werde.

 

Einige Branchen würden darüber hinaus steuerlich begünstigt. Der stellv. Finanzminister gab bekannt, dass für die Umsetzung des Vorhabens genügend finanzielle Reserven vorhanden wären und sämtliche Forderungen des IWF bei der Ausarbeitung der Gesetzesgrundlage berücksichtigt worden waren.

 

Nach den Ausführung des stellv. Ministers referierte Herr Thomas Otten über die wesentlichsten Neuerungen des Steuergesetzbuches (diese werden in der Folge nur auszugsweise dargestellt, die Gesamtfassung der Präsentation ist auf Anfrage in der Delegation der Deutschen Wirtschaft erhältlich).

 

Herr Otten betonte, dass der Kodex zum Zeitpunkt der Veranstaltung noch nicht in vollem Umfang vom Parlament bestätigt sei, die wesentlichen Änderungen jedoch größerenteils feststünden.

 

Die Gewinnsteuer wird demnach schrittweise von derzeit 25% bis 2014 auf 16% gesenkt. Ebenso soll die Umsatzsteuer mit Beginn 2014 nur mehr 17 Prozent betragen (dzt. 20%). Gewerbesteuer wird weiterhin nicht erhoben, neu eingeführt wird jedoch eine Vermögenssteuer auf Wohneigentum in Höhe von 10 UAH pro Quadratmeter (bis 100 qm Stadt bzw. 200 qm Land). Die Einkommensteuer bleibt mit 15 Prozent unangetastet, lediglich Besserverdiener mit einem Einkommen, welches das Zehnfache des ukrainischen Minimalgehaltes übersteigt, werden ab 2011 mit 17 Prozent besteuert.

 

Er betonte, dass im Wesentlichen eine Angleichung des Steuerrechts an das Handelsrecht erfolge, wenngleich die Anforderungen für den Nachweis der betrieblichen Veranlassungen im Vergleich zu Deutschland nach wie vor ungleich höher wären.

 

Im Bereich der Pauschalbesteuerung bringt der Steuerkodex einschneidende Veränderungen mit sich. Demnach entfällt die Pauschalbesteuerung von juristischen Personen zur Gänze, jene von Privatunternehmern wird auf einen monatlichen Beitrag von bis zu 600 UAH (bis dato 200 UAH monatlich) erhöht und der Jahresumsatz auf 300.000 UAH beschränkt (bis dato 500.000 UAH).

Die Regelungen hinsichtlich der Umsatzsteuer bleiben soweit unverändert, es gilt jedoch zu beachten, dass die Umsatzsteuerregistrierung durch das Steueramt annulliert werden kann, wenn sich die Firma de facto nicht an der juristischen Adresse befindet. Außerdem kommt es mit Jahreswechsel zur automatischen Rückerstattung der Umsatzsteuer unter bestimmten Voraussetzungen.

 

Als nächster Redner ergriff der stellvertretende Leiter der Steueradministration Herr Serhiy Lekar das Wort. Er ließ die anwesenden Gäste wissen, dass die Steueradministrationen zukünftig zu Partnern der Steuerzahler avancieren wollen. Dabei sollen unter anderem die Anzahl der Prüfungen durch die Steuerämter reduziert werden. Den deutschen Firmen riet er, besonders achtsam bei der Auswahl der Partner und Mitarbeiter zu sein. So sei es von nun an besonders wichtig, bei Vertragsabschlüssen die Registrierungsurkunden des Partners genauestens zu überprüfen, um nicht Nachteile für das eigene Unternehmen entstehen zu lassen, bspw. bei der Rückerstattung der Umsatzsteuer. Er appelierte dabei an die anwesenden Gäste im Saal, bei Auftreten von Missständen den Missbrauch die zuständige Steueradministration zu informieren. Diese würden bereits jetzt über entsprechende Listen von Steuersündern verfügen, die man jederzeit abrufen könne. Herr Lekar versicherte zudem, dass die Sorgen und Anliegen der deutschen Investoren gehört und aufgenommen werden. Schließlich sei es ihm als Vertreter der Steuerbehörde ein Anliegen, ausländische Investoren in der Ukraine bestmöglich zu schützen.

Auftretende Probleme der Deutschen Wirtschaft sollten gebündelt über den bestehenden Arbeitskreis bei der Delegation der Deutschen Wirtschaft zusammengefasst werden, die dann - in Abstimmung mit dem Finanzministerium und der Steueradministration - einer Klärung zugeführt werden müssten. Dazu seien die Behörden bereit.

 

Anschließend kam es zu ersten Wortmeldungen aus dem Publikum, wo besonders die Problematik rund um die Erstattung der Umsatzsteuer zentraler Gegenstand der Diskussion war. Frau Rau ergriff hierbei die Gelegenheit an das Finanzministerium und die Steueradministration zu appellieren, die vorgetragenen Anliegen der deutschen Unternehmer und Unternehmensvertreter mit Sorgfalt aufzunehmen und im Zuge der Ausarbeitung weiterer Gesetzesvorhaben entsprechend zu berücksichtigen.

 

Herr Dr. Ricardo Giucci von der Deutschen Beratergruppe analysierte den vorliegenden Steuerkodex. Er verwies in seinen Ausführungen darauf, dass es vor allem darum ginge, die fiskalische Schieflage der Ukraine zu bereinigen und gleichzeitig die Verschuldung, die mittlerweile 40% des BIP ausmache, nicht weiter ansteigen zu lassen. Aus seiner Sicht sei das derzeitige Steuersystem der Ukraine nicht wettbewerbsfähig, nicht zuletzt deshalb bedürfe es einer dringenden Reform.

 

Die Senkung der Gewinnsteuer für Unternehmen beurteile er daher aus Sicht der Unternehmen durchaus positiv, es gebe mehr Anreize für unternehmerisches Handeln und sorge für eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Ukraine. Für den Staat sei die Rücknahme der Gewinnsteuer ein fiskalisches Risiko, da die Steuereinnahmen jedenfalls zurückgingen. Die schrittweise Herabsetzung des Steuersatzes in Jahresschritten bewerte er positiv, da das Risiko großer Steuerausfälle minimiert werde. Dennoch bleibe das vorrangige Ziel die Konsolidierung des Haushaltes, welches nicht durch Steuersenkungen – seien diese auch noch so ambitioniert – gefährdet werden dürfe. Die neuen Bestimmungen zur Besteuerung der KMU sieht er als absolut notwendig an, da der derzeitige Steuerbeitrag bei nur einem Prozent der gesamten Staatseinnahmen liege. Den Unternehmern müsste jedoch mehr Zeit eingeräumt werden, um die Umgründungen und Umstrukturierungen vornehmen zu können. Auch die Annäherung des Handelsrechts an das Steuerrecht, bspw. die Implementierung internationaler Standards bei Abschreibungen, seien richtige Maßnahmen.

 

Als Fazit attestierte Herr Dr. Giucci der Regierung mit dem neuen Steuerkodex einen Schritt nach vorne gemacht zu haben, wenngleich man nicht daran herumkommen werde, weitere Nebenmaßnahmen zu treffen.

 

Zum Abschluss der Runde beleuchtete Herr RA Denis Volkov Rechte und Pflichten der Steuerzahler und Rechte und Pflichten der Staatlichen Steueradministration. Zwar gebe es einige Verbesserungen für Unternehmen, in vielen Bereichen blieben dennoch viele offene Fragen. Außerdem müsse man abwarten, welche Änderungen die endgültige Fassung mit sich bringen werde.

 

Der informative Nachmittag endete mit einer erneuten Diskussionsrunde und einem anschließenden Buffetempfang, wo die Teilnehmer die Möglichkeit nutzten, sich untereinander auszutauschen und die geladenen Experten in Einzelgesprächen zu konsultieren.

 

Kiew, den 18.11.2010

Existenzfrage

 

Am 18.05.2010 organisierte die Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine den traditionellen Treff der Deutschen Wirtschaftscommunity zum Thema “Ukrainische Wirtschaftspolitik – Neustart und Perspektiven“.

Massenzustrom. So kann man mit einem Wort das beschreiben, was im Kleinen Marienpalais in der Gruschewskogo Str. 22 an diesem Dienstag los war. Die große Empfangshalle für 200 Personen war voll besetzt. Sogar an den Wänden und in den Durchgängen standen die Leute, die keinen Platz im Saal mehr finden konnten. Die Aktualität und Rechtzeitigkeit des Themas ließen allerdings deutsche Unternehmen über diese kleinen Unbequemlichkeiten rasch hinwegsehen und sie konzentrierten sich voll und ganz auf lebhafte Debatten mit hochrangigen ukrainischen Gästen. Im Podium haben an diesem nicht sehr sonnigen Tag der Vizepremierminister der Ukraine für Wirtschaftsfragen, Wirtschaftsreformen und Zusammenarbeit mit ausländischen Organisationen Herr Sergiy Tigipko, der Vorsitzende der Staatlichen Steueradministration der Ukraine Herr Alexander Papaika und die stellvertretende Finanzministerin Frau Tetiana Yefimenko Platz genommen.

Am letzten Apriltag ist das Gesetz der Ukraine „Über den Staatshaushalt der Ukraine für das Jahr 2010“ in Kraft getreten sowie einige mit ihm im Zusammenhang stehende Regularien verabschiedet, die unmittelbar die aktive Wirtschaft betreffen. Offenbar sind aber die von der ukrainischen Regierung angesagten Reformen ohne Abbau der Altschulden leider zum Scheitern verurteilt. Unter diesen Altlasten nimmt einen besonderen Stellenwert die Frage der Rückerstattung der Mehrwertsteuer an Direktinvestoren und exportorientierte Unternehmen. «Einige Unternehmen, die heute unter uns sind, sind extra aus Deutschland eingereist, weil die Frage der MwSt.-Rückerstattung für ihre Unternehmen existenziell ist», - machte die Delegierte der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine Frau Karin Rau noch einmal auf dieses akute Problem der gesamten Wirtschaft aufmerksam.

Frau Rau schilderte kurz und sachlich die derzeitige Situation. Die neue Regierung bietet Lösungsvarianten für dieses schwierigste Problem - Binnenstaatsbonds zur Rückerstattung der MwSt. aus Altlasten - an. Die laufende Rückerstattung sollte aber ab dem 01.05.2010 unverzüglich und in Geldform bedient werden. Diese neue Regelung über Bonds greift in die Finanzpraxis nicht nur der hiesigen Niederlassungen deutscher Firmen, sondern auch die der Mutterhäuser ein. Es ist daher für Unternehmer sehr wichtig zu verstehen, wie diese Situation von ukrainischen Behörden eingeschätzt wird und wie ihre konkreten Vorschläge und Empfehlungen aussehen. Werden diese ausgereichten Bonds von den Banken angenommen? Wenn ja, zu welchem Wert – eins zu eins oder - wie einige Experten meinen - mit einem Abschlag bis zu 75%? Wie läuft das gesamte Procedere ab? Wie können die Unternehmer Spekulationen vermeiden, um zu ihrem Geld im vollen Umfang zu gelangen? Alle diesen Fragen konnten an die namhaften Experten gerichtet werden. Die Diskussion war in drei Themenkomplexe unterteilt: allgemeine Einschätzung der Situation in der Ukraine, Empfehlungen von Experten zu den auszureichenden Binnenstaatsbonds, Fragen und Antworten der Unternehmen – und dies ohne Pause.

Altlasten aus der Vergangenheit

Der Steuerminister Herr Oleksandr Papaika verwies zunächst darauf, dass die Ukraine den 147. Platz im Korruptions-Rating einnimmt, daher wundert er sich nicht, warum die Volkswirtschaft der Ukraine früher ihre Gelder aus der Minimierung der Steuerabzüge erwirtschaftete, darunter auch aus der MwSt.-Rückerstattung. Jetzt ist diese Quelle aber geschlossen. Mit Stand zum 1. Januar 2010 belief sich allerdings die Verschuldung aus der MwSt.-Rückerstattung, die gemäß dem Abkommen mit IWF unbedingt zu beseitigen ist, auf 60 Mrd. Griwna, darunter sind 50 Mrd. an die Unternehmen zurückzuerstatten, deren Investoren die Deutsche Wirtschaft ist. Jetzt werden die zur Rückerstattung angewiesenen Beträge noch einmal geprüft und die endgültigen Verschuldungssummen bekanntgegeben.

Andererseits hat die neue Regierung bedauerlicherweise von der alten die Summe iHv 12 Mrd. Griwna „nachgeerbt“, die sich aus der Steuerentrichtung für die zukünftigen Perioden akkumulierte. „Diese Beträge, - äußerte sich der Vorsitzende der Staatlichen Steueradministration Herr Papaika, - hat niemand im Leben gesehen. Das stellt fast einen Monat der Steuerferien dar, zumal diese Summe die gesamten einmonatigen Steuereinkünfte des Landes übersteigt“. Der Steuerminister war allerdings stolz zu berichten, dass alleine im April 2010 5 Mrd. Steuern mehr eingenommen werden konnten, als im vergangenen Jahr. Die Hälfte davon hat die Steueradministration der Ukraine „infolge der Aufklärungsarbeit und im engen Zusammenwirken mit Steuerzahlern“ erzielt. Im Mai übersteigt das Wachstumstempo, was die Steuereinkünfte anbetrifft, 60% im Vergleich zur gleichen Periode des vergangenen Jahres. Präsident Janukowytsch und Premierminister Azarov haben die Steueradministration beauftragt, ab Juli 2010 die Arbeit mit gewissenhaften Steuerzahlern im automatischen Regime abzuhandeln: das heißt, die Steuerdeklarationen entgegenzunehmen und die Mehrwertsteuer zurückzuerstatten. Und die Steueradministration wird diesen Auftrag auch erfüllen: Vizepremier Tigipko meinte, dass es bei dieser automatischen Rückerstattung nichts Schwieriges geben sollte. „Die einzige Forderung der Steueradministration ist, dass es unter diesen Firmen keine sog. „Lückenfirmen“ geben darf“ , - so der Vizepremier.

Somit vertritt die Regierung die Meinung, dass sie – ungeachtet eines „schwierigen Erbes“ – die Situation zum Besseren verändern kann, damit das Investitionsklima und das Vertrauen der Unternehmen in den Staat Ukraine unbedingt wiederhergestellt werden können.

Gute Perspektiven

Der Chief Country Officer der Deutschen Bank (Ukraine) Herr Konstantin Seryogin verwies auf zwei Besonderheiten des Handels des Bankensektors mit Wertpapieren.

Zum einen gibt es bereits positive Erfahrungen aus der Vergangenheit. Zwei vorherige Emissionen von Wertpapieren waren rechtzeitig und im vollen Umfang getilgt und die Zinssätze ohne Verzögerungen und voll ausgezahlt worden.

Zum anderen gibt es auch eine positive und aktive Einstellung seitens der ukrainischen Banken, ukrainischen und ausländischen Investoren. Dies ist auf die hohe Rentabilität und Liquidität dieser Wertpapiere zurückzuführen. In erster Linie mit dem Diskont, der noch damals verhandelt wurde. Die damaligen Emissionen für die Gesamtsumme iHv 2 Mrd. Griwna wurden praktisch vom Markt „aufgeschluckt“. Die neue Emission ist im Wert von 20 Mrd. Griwna geplant. Das übersteigt natürlich die alte Emission um das 10xfache, die Liquidität des ukrainischen Bankensystems ist aber in der Zwischenzeit um da 2xfache gestiegen. Der Experte meinte, es solle keine Probleme mit dem Abkauf dieser Obligationen geben. Die Rendite dürfte bei 5% und der Diskont wohl im Bereich von 20 bis 30% liegen. Seryogin ist sich absolut sicher, dass die Obligationen nach ihrer Emission sehr liquid werden und es mit ihrer Annahme keine Probleme geben wird.

Daher haben die Binnenstaatsbonds gute Perspektiven und sie werden – so Vizepremierminister Tigipko – auf dem Markt schon erwartet. Er betonte auch, dass das Ministerkabinett der Ukraine seine Regelung zu dieser Frage bereits besprochen hat. Nur was die Rendite anbetrifft, wurde noch keine Entscheidung getroffen, zumal sie während dieser zehn Verhandlungstage von 5% bis zu 5,5% gewachsen ist. Sollten die Verhandlungen mit Investoren bis zum 23.05. abgeschlossen werden, können die Obligationen noch im Mai bereits verkauft werden.

Auge in Auge

Die Teilnehmer der Diskussion haben sich auch nicht gescheut, an ukrainische Machtvertreter schwierige und unbequeme Fragen zu stellen. So fragte Herr Bert Overlack, Overlack Furniere GmbH & Co. KG, an, was man tun sollte, wenn die Deklarationen für MwSt.-Rückerstattung von Steuerämtern einfach nicht angenommen werden. Und der Direktor der Firma „SEW-EURODRIVE“ Herr Mykhaylo Pyatniza übergab Herrn Tigipko einen offenen Brief an den Präsidenten der Ukraine, in dem er den Staatlichen Zolldienst der Ukraine des Finanzdruckes auf kleine und mittelständische Unternehmen beschuldigte. Es gab auch Fragen bzgl. der einheitlichen Steuer und der sog. „Steuerlücken“, Unterstützung der ukrainischen Exporte und Alternativen zu Bonds, Erfassung von Zollgütern und statistischen Zollwerten, Zertifizierung und Standardisierung u.a.m.

Der Vizepremierminister versicherte allen Anwesenden, dass er als Vorsitzender des Ukrainischen Teils der High Level Group Deutschland-Ukraine für Probleme der Deutschen Wirtschaft immer ein offenes Ohr hat. Und der Steuerminister Papaika versprach, die Ordnung in allen Steuerbelangen bald wieder herzustellen. Herr Tigipko bat allerdings noch um 1,5-2 Monate Geduld, zumal noch „die Praxis liquidiert werden muss, indem jedes Unternehmen in erster Linie nur mit steuerlicher Optimierung beschäftigt ist“.

Dabei kann der Staat auch Verluste nicht vermeiden, da diese Situation nicht nur eine ukrainische Krise ist. 5,5% Rendite für diese Obligationen – das sind eigentlich die Verluste für die Ukraine, die der Staatshaushalt zu tragen hat.

Der Vizepremier Sergej Tigipko versprach auch, die Bedingungen für die Unternehmen auszuarbeiten, die im automatischen Regime bei der MwSt.-Rückerstattung behandelt werden sollen sowie die Erklärung der Regierung zur buchhalterischen Erfassung der Verluste, die auf Discounts zurückzuführen sind, vorzubereiten.

Das Wort nahm die stellvertretende Finanzministerin der Ukraine Frau Tetyana Yefimenko. Nach ihren Darlegungen gab es eine Beratung zwischen dem Staatlichen Zolldienst und dem Finanzministerium der Ukraine. Im Ergebnis dieser Beratung wurde die Entscheidung getroffen, dass die Einschätzung des Zollwertes der einzuführenden Waren und Güter maximal transparent sein soll. Jedem Warenempfänger sollen die Kriterien verständlich sein, nach denen der Zollwert kalkuliert und festgelegt wird.

Die Wechselabschaffung in der Ukraine – so die stellv. Finanzministerin – trug bei der Einfuhr von Gütern und Ausrüstungen einen Antikrisencharakter. In der nächsten Zeit kann aber jeder Investor die Rückerstattung in maximal kürzester Frist und im Rahmen einer entsprechenden Prozedur erhalten.

Was die Buchhaltung anbetrifft, soll Unternehmen die Möglichkeit gegeben werden, die durch Discount in Höhe von 20% bis 30% verursachten Verluste beim Verkauf von MwSt.-Binnenstaatsbonds diese als Betriebsausgaben zu buchen, was im Weiteren über Gewinnsteuer entsprechend refinanziert werden kann.

Herr Tigipko betonte, dass die Regierung zurzeit an der Förderung der ukrainischen Exporte arbeitet. Zwei ukrainischen Staatsbanken – Oshchadbank und UkrEximBank – wurden beauftragt, ihr Konzept zur Schaffung der Ukrainischen Exportförderagentur vorzuschlagen. Angeblich sollen gerade diese Banken die Agentur gründen. Eine entsprechende Entscheidung sollte in der nächsten Zeit getroffen werden.

Der Vizepremierminister versicherte allen Anwesenden, dass der Staat auf die einheitliche Steuer für juristische Personen nicht verzichten wird, da dies ansonst mit hohen Verlusten verbunden sei.

„Um sog. „Steuerlücken“ zu vermeiden, soll jeder Unternehmer seinen Kunden kennen“,- so der Vizepremierminister. – „Wenn man mit unzuverlässigen Partnern Geschäfte machen will, mit Firmen, die nur einen Stuhl, einen Tisch, aber dabei auch riesige Umsätze machen, die nichts produzieren, keine Produktionsflächen und Transportmittel haben und auch keinen Mehrwert schaffen, dann wird es natürlich Probleme geben“.

Ausgehend von der Anzahl der Fragen, konnte dieses Treffen noch lange dauern. Jedes Treffen hat aber sein Reglement. Damit alle wichtigen Diskussionspunkte nicht verloren gehen, bat der Vizepremierminister Frau Rau, ein Protokoll dieses Treffens zu verfassen, was zu einer Hausaufgabe werde.

„Wir sind heute gerne da, vertreten die Regierung und nicht alles, was Sie uns gesagt haben, hat uns Freude gemacht. Ich kann Ihnen aber versprechen, dass wir gerne bereit sind, auch nächstes Mal zu Ihnen zu kommen“, - fasste Vizepremierminister S. Tigipko seine Eindrücke von diesem Treffen zusammen.

D.J.

 

Ein nicht langweiliges Thema

 

Am 23. März führte die Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine ein Seminar „Chancen und Herausforderungen nach dem Beitritt der Ukraine zur WTO“ durch.

Was tun, wenn man die Vorsteuer nicht zurückbekommt und sich die Gesetze geradezu chaotisch ändern? Wie Kosten für eigentlich überflüssige Dokumente einsparen, sein Recht vor Gericht durchsetzen und dabei nicht Pleite gehen? Birgt eine Steuerunion mit Russland, Weißrussland und Kasachstan Gefahren für deutsche Unternehmen? Voll und ganz reelle Fragen, auf die drei Fachleute zwei Stunden lang einem mit Unternehmern gefüllten Saal Antworten gaben.

Die Ukraine ist nun zwei Jahre bereits Mitglied der WTO. Die Unternehmer warten und warten, dass international übliche Rechtsverhältnisse in den Vordergrund treten, die Realität spricht jedoch eine andere Sprache. „Ich möchte gern, dass Sie Ihre praktischen Kritiken zur täglichen Arbeit und zur Gleichberechtigung deutscher Unternehmen in der Ukraine vorbringen, damit wir das an die Regierung der Ukraine weiterleiten können“, forderte Karin Rau die Anwesenden auf.

Von der ukrainischen Seite trat Valeryy Pyatnitskyy, Stellvertreter des Wirtschaftsministers und WTO-Fachmann der Regierung, auf. Genau an ihn waren die konkreten Fragen der deutschen Unternehmer gerichtet. Am Anfang jedoch stand und steht die entscheidende Frage: Wohin geht die Ukraine? In die Zollunion mit Russland, Weißrussland und Kasachstan oder, trotz allem, in die Freihandelszone mit der Europäischen Union?

Die ukrainische Antwort

Wie Pyatnistkyy erklärte, ging die Ukraine einen langen Weg zum Verständnis der Spielregeln im internationalen Handel, wie auch zur Harmonisierung der ukrainischen Gesetzgebung mit den WTO-Normen. Er unterstrich die Neigung des Landes zu liberalen Werten, der Transparenz der Gesetzgebung und zur Einheitlichkeit der Zollsätze in Europa. Auf die Frage von Karin Rau, wie das mit der Erhebung von zusätzlichen 13% auf den Importzoll für Kfz und Kühlschränke einhergehe, berief sich Pyatnitskyy auf die Zwangsläufigkeit dieser Maßnahme und definierte sie mehr als „Wunsch, ein Goldkorn zu erfassen, als das Ziel, jemandem Schaden zuzufügen“. Bei dieser Festlegung habe die Ukraine sogar alle in der WTO geltenden Prozeduren beachtet und mit dem WTO-Sekretariat alle Schritte in den vorgeschriebenen Zeiträumen abgestimmt. Pyatnitskyy versicherte, dass die offizielle Position der Ukraine in WTO-Verhandlungen jeweils die Interessen der ukrainischen wie auch der in der Ukraine tätigen ausländischen Unternehmen erfasst. Der größte Erfolg innerhalb der beiden Mitgliedsjahre ist seiner Meinung nach, dass „die Ukraine gelernt hat, die übernommenen Verpflichtungen auch zu erfüllen. Und für das Unternehmertum schaffen Transparenz, Stabilität und Vorhersehbarkeit gute praktische Grundlagen.“

Besonders widmete sich der Regierungsvertreter der Frage technischer Hindernisse im Außenhandel, wie z.B. die Pflicht-Zertifizierung von Produkten, sanitäre Vorschriften und Veterinärkontrollen, die sich in der Ukraine häufig doppeln und künstliche Hindernisse für den Außenhandel schaffen.

„Ich kann nicht versprechen, dass das Problem der Pflicht-Zertifizierungen morgen bereits geklärt sein wird, unsere Anstrengungen sind jedoch darauf gerichtet“, versprach Pyatnitskyy, zumal im Wirtschaftsministerium auch verstanden wird, dass dieses Problem gelöst werden muss. Zum künftigen Weg der Ukraine gab es eine recht eindeutige Aussage: „Priorität haben für uns die Verhandlungen mit der EU. Die Frage der Zollunion wird jedoch untersucht. Ich möchte keine Prognose von mir geben, wo wir letztendlich landen werden. Ich bin Verhandlungsführer, und wir werden jenen Kurs entwickeln, der durch die Politiker festgelegt wird.“ Selbst wenn politisch angestrebt werden sollte, dass die Ukraine in die Zollunion mit Russland, Weißrussland und Kasachstan eintritt, so wird dies technisch nicht möglich sein, denn die Ukraine ist WTO-Mitglied, und dies führt zur juristischen Pflicht, Tariffragen mit allen Mitgliedsstaaten abzustimmen. Ein sinnvollerer Weg ist nach Pyatnitskyy der Beitritt dieser Länder zur WTO, was einfach eine gemeinsame rechtliche Basis für die Gründung dieser regionalen Zollunion auf WTO-Grundlage schaffen würde. Abgesehen davon, hat die Ukraine mit den betroffenen Ländern ohnehin bereits aus dem Jahre 1993 ein Freihandelsabkommen.

Auf die Notwendigkeit der Lösung der Probleme um die Wiederholungszertifizierung verwies in seiner Frage auch der GF des deutschen Unternehmens LEONI Wiring Systems Ukraine GmbH Werner Geillinger, nach dessen Darstellung sein Unternehmen ständig neue Übereinstimmungszertifikate für Maschinen und Anlagen, die in die Ukraine eingeführt werden und derselben Warengruppe angehören, einholen muss, was seinerseits eine Vielzahl von Problemen bei der Produktion in der Ukraine hervorruft. Das ist mit enormem bürokratischem Aufwand und finanziellen Problemen verbunden.

Die deutsche Version

Nicht weniger interessant war der Beitrag „Zollunion mit Russland und WTO – wie vereinbaren?“, vorgetragen vom Chef der Deutschen Beratergruppe und Geschäftsführer von „BE Berlin Economics GmbH“ Herrn Dr. Ricardo Giucci. Er betonte von Anfang an: „Wir sind unabhängige Fachleute und können unsere Gedanken exakt zum Ausdruck bringen. Ich möchte zu drei Punkten sprechen: was die Ukraine bereits getan hat, zu Fragen der Handelspolitik und zu unseren Empfehlungen.“

Zu Beginn führte Dr. Giucci die rechtlichen Rahmenbedingungen an, unter denen die Ukraine arbeitet, wie auch die Regionalstruktur und die Handelsdynamik. Dann verglich er die Exportartikelstruktur der Ukraine in Richtung GUS und EU, wie auch die entsprechenden Importstrukturen. Auf dieser Grundlage stellte er die Vor- und Nachteile einer Freihandelszone heraus und zog die Schlussfolgerung: „Es gibt viel mehr Vor- als Nachteile, die Freihandelszone liegt unmittelbar im Interesse der Ukraine.“ Unter gleichen Aspekten wurde die Zollunion mit Russland, Weißrussland und Kasachstan untersucht. Ergebnis: „Die Vorteile haben wechselnden Charakter, die Nachteile überwiegen, die Zollunion ist nicht im wirklichen Interesse der Ukraine.“ Danach gab der deutsche Experte seine Empfehlungen: Die Ukraine benötigt die planmäßige Implementierung ihrer Verpflichtungen gegenüber der WTO, die Teilnahme an mehrseitigen Verhandlungen und die Verbesserung des Zugangs zu den Märkten der Handelspartner über zweiseitige Verträge. „Wenn ein Unternehmen vorhat, in der Ukraine zu investieren, so muss er wissen, mit welchem Ziel er das tut. Ich weiß im Moment nicht, was die Ukraine im Weiteren tun wird, mit wem sie ihren Beziehungen besonders entwickeln wird. Das muss man aber wissen. Man muss verstehen, worauf man hoffen kann. Unsere Priorität ist der Vertrag mit der EU zur Freihandelszone“, endete Dr. Ricardo Giucci seine Ausführungen.

„Ein sehr guter Vortrag. Giucci ist einer der wenigen, die ein solch kompliziertes Thema so einfach und erfassbar darlegt“, urteilte der GF der RÖFA Mobilbeton Dirk Hoppen.

Problematisches

Was aber tun, wenn der Staat die WTO-Normen verletzt? Hat ein Unternehmen das Recht und die Möglichkeit dagegen vorzugehen? Diese Fragen beantwortete Dr. Mansur Pour Rafsendjani, Partner der Anwaltskanzlei Noerr TOV in seinem Beitrag „Können sich Unternehmen gegen Verstöße gegen die WTO-Forderungen zur Wehr setzen?“.

Ein Beispiel zu den Rechten: Eine deutsche Firma produziert TV-Geräte in Deutschland und ihr Tochterunternehmen setzt sie in der Ukraine ab. Die Ukraine hebt unerwartet den Importzoll an. Das Interesse des Unternehmens ist klar: Die Erhöhung muss zurückgenommen und die finanziellen Verluste kompensiert werden. Was tun? Der erste Weg heißt, das Problem vor einem deutschen Gericht auf die Tagesordnung zu setzen, der zweite, dies in der Ukraine zu tun. Es zeigt sich, dass in 2009 in der Ukraine bereits in zwei Fällen positive Entscheidungen in diesen Fragen gefällt wurden. „Das ist ein Beispiel dafür, dass das ukrainische Recht und seine Verfahren Grundlage dafür sein können, im Falle der Verletzung der WTO-Bestimmungen durch den ukrainischen Staat eine Kompensation zu erhalten“, schlussfolgerte Dr. Rafsendjani. Zu den Möglichkeiten: In wie weit ist es realistisch, gerichtliche Auseinandersetzungen zu führen, wenn es sich um ein kleines Unternehmen handelt? Kompliziert – die Firma kann ggf. einfach bis zum Ende der Auseinandersetzungen nicht überleben. Für diesen Fall empfiehlt der Anwalt, Partner zu suchen, die sich in der gleichen Lage befinden, um sich zur Lösung gemeinsamer Probleme zu vereinen. Die Anwälte tun bereits alles nur Mögliche. Dabei erklärte Dr. Rafsendjani offen, an welcher Entwicklungsrichtung des internationale Business Interesse hat: „Ich hoffe, dass die Ukraine den Vertrag über die Freihandelszone unterzeichnet, weil unsere Mandanten viel Geld besitzen und sie auf den Moment warten, in dem sie ihr Geld in die Ukraine investieren können. Wenn dagegen diese Normen nicht erfüllt werden, so wird das Geld in anderen Richtungen wegfließen.“

Die Diskussion der Vorträge, Empfehlungen und Ideen wurde bei einem Glas Sekt fortgesetzt. Dabei überwog letztendlich die positive Stimmung. „Die Unternehmen sollten tatsächlich gemeinsam handeln, als Syndikat, um allen ukrainischen Instanzen, der Regierung, dem Parlament und den Gerichten klarzumachen, dass wir nicht streiken wollen, sondern einfach hier arbeiten – das ist unser Ziel“, sagte Werner Geillinger. „Für mich war die WTO etwas völlig abstraktes. Jetzt verstehe ich, dass was zusammengehört und welche Bedeutung das für die Geschäftsentwicklung hat“, gab Thomas Otten von der Otten Consulting zu. „Es war sehr interessant. Besonders, welche Möglichkeiten und Perspektiven die Ukraine mit dem WTO-Beitritt erhielt. Ich denke, die Ukraine ist auf dem richtigen Wege. Auf diesem Gebiet gibt es noch viele Probleme, ich glaube aber, in ein paar Jahren wird die Lage ganz anders sein“, bemerkte Thomas Werner, Partner der Anwaltskanzlei WERNER & PARTNERS KIEV · BERLIN. Dann bleibt zu hoffen, dass seine Erwartungen in Erfüllung gehen, dass die neue ukrainische Regierung die Wünsche der deutschen Unternehmer adäquat aufnimmt und es nicht notwendig sein wird, die aktive Unterstützung der internationalen Finanzinstitute in Anspruch zu nehmen, um auf die Ukraine Druck auszuüben.

D. Y.

Beiträge:

  Dr. Mansur Pour Rafsendjani :               

 Dr. Ricardo Giucci :                                     

 

„Deutsche Technologie für die ukrainische Süßwarenindustrie“

 

Symposium in Kiew: Süßwarenmarkt

Am 23.-24. Februar 2010 hat der Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau, Hersteller von Anlagen für die Lebensmittelindustrie und Verpackungen gemeinsam mit dem Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine das Symposium „Deutsche Technologie für die ukrainische Süßwarenindustrie“ veranstaltet. So ein Symposium wurde übrigens zum zweiten Mal für die ukrainische Süßwarenindustrie organisiert.

Wie werden Sticks gefüllt? Wie wird die beste Schokolade hergestellt? Welche Trends sind für die Nahrungsmittelindustrie im 21. Jahrhundert von Bedeutung? Der neue Konferenzraum im Hotel „Rus“ war mit Süßigkeiten aller Art gefüllt. Herstellung von Süßwaren war das wichtigste Thema für die Vorstellung der neusten Technologien und die Diskussion der deutschen Unternehmen mit ihren ukrainischen Kollegen aus der Süßwarenindustrie.

Mit welchen Ideen kamen die deutschen Hersteller in die Ukraine? Was hat sie bewogen, an diesem Tag nach Kiew zu kommen? Mit welchen Erwartungen sind ukrainische Kollegen zu diesem Symposium angereist? Die Antwort ist sehr einfach: ukrainische Hersteller wollten sich mit den neusten Errungenschaften deutscher Hersteller in dieser Branche bekannt machen. Zugleich wurden auch die Wege für die Heranziehung von Investitionen in ukrainische technologische Entwicklungen abgesteckt.

Aussichtsreiche Partnerschaft

„Die Ukraine ist für unsere Branche ein sehr wichtiger Markt. Allein in den letzten fünf Jahren importierte die Ukraine Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im Wert von über 2 Mrd. Euro, davon kamen fast 40 Prozent aus Deutschland. Bei den Süßwarenmaschinen sind es sogar mehr fast 60 Prozent. Das heißt, die ukrainische Nahrungsmittelindustrie und vor allem die Süßwarenindustrie haben in den letzten Jahren bereits erheblich investiert und vertrauen dabei vor allem auf Technologie „Made in Germany“ – betonte VDMA-Geschäftsführer Richard Clemens.

„Die weltweite Süßwarenindustrie entwickelt sich mit hoher Dynamik. Die Ukraine gehört zu den weltweit größten Konsummärkten für Süßwaren und liegt derzeit auf Rang 13. Das Handelsvolumen von Süßwaren lag nach unseren Quellen in 2008 bei fast 500.000 Tonnen im

Wert von rund 2,2 Mrd. Euro. Bis 2014 werden die Ausgaben der Ukrainer für Süßwaren laut dem britischen Marktforschungsinstitut Euromonitor um gut jährlich 10 Prozent steigen“ – so Richard Clemens.

Natürlich freuen sich die Hersteller aus Deutschland über die positive Entwicklung der ukrainischen Süßwarenindustrie, hier ist eine starke Nachfrage nach neuen Technologien vorhanden und auch gute Aussichten für eine langfristige Zusammenarbeit vorhanden. "Die ukrainische Süßwarenindustrie befindet sich in einem sehr guten Zustand und die Qualität der Produkte ist nicht schlechter, als bei allen übrigen europäischen Herstellern", - diese Meinung vertritt Hans-Georg Böttinger, Verkaufsleiter der Robert Bosch GmbH.

Zu diesem Symposium sind 19 deutsche Unternehmen angekommen. Jedes Unternehmen hatte mindestens 30 Minuten Zeit, um seine Anlagen und Maschinen zu präsentieren sowie Fachfragen ukrainischer Kollegen zu beantworten. An diesen zwei informativen Tagen konnten ukrainische Hersteller nicht nur Vorträge entgegennehmen, sondern auch in den Pausen Diskussionen führen, die Prospektausstellung besuchen und mit den Unternehmensvertretern über technische Details diskutieren.

"Wir sehen ein großes Interesse an der Zusammenarbeit mit deutschen Herstellern, 170 Vertreter aus 40 Unternehmen der ukrainischen Süßwarenindustrie haben sich zu diesem Symposium angemeldet“ – stellte der Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen Richard Clemens fest.

Und nicht nur die Vertreter der internationalen Konzerne, wie «Nestle Ukraine", "Kraft Foods Ukraine" waren vertreten, sondern alle marktführenden Unternehmer aus der Ukraine, so u.a. «Roshen», «AVK", "Conti", "Biscuit-Schokolade", "Zhitomir Lasoschi" und viele andere. Kleine und mittlere Unternehmen zeigen immer größeres Interesse an modernsten Technologien, zum Beispiel das Unternehmen „Jacques/Zhako“.

„Ausgesprochen kleine und mittlere Unternehmen haben in letzter Zeit in dieser Branche gute Ergebnisse gezeigt. Das ist ein normaler Prozess“ – stellte der Erste Stellvertreter des Vorsitzenden der GAG „Ukrkonditer“ (Verband der ukrainischen Süßwarenproduzenten) Juri Kozhanov fest.

Gute Traditionen

Nach Einschätzung von ukrainischen Vertretern ist dieses Symposium bereits zu einer guten Tradition geworden und ist somit von großer Bedeutung für die ukrainische Süßwarenindustrie. Dabei geht es um die Möglichkeiten und Chancen, deutsche Technologie so schnell wie möglich in den ukrainischen Unternehmen einzusetzen.

„Früher oder später endet die Krise, man muss bereits heute in neuen Maßstäben und Technologien denken. Jedes Jahr investieren Unternehmen der Süßwarenindustrie mehr als 20 Mio. USD. Solche Hersteller wie «Roshen», «AVK", "Conti", "Biscuit-Schokolade" führen neue Technologien ein, um konkurrenzfähig zu bleiben.“ – so J. Kozhanov.

„Wir erwarten, dass steigender Konsum von Süßwaren die lokale Produktion weiter stimuliert, hinzu kommen die steigenden Exporte. Dabei gewinnen vor allem qualitativ hochwertige Produkt in ansprechenden Verpackungen an Bedeutung. Das heißt die Nachfrage

nach Maschinen und Anlagen für die Herstellung und Verpackung von Süßwaren bleibt hoch“ – betonte Richard Clemens.

Viele Teilnehmer des Symposiums kennen sich seit Jahren. “Wir sind hierher gekommen, um uns vorzustellen, zugleich aber auch alte Bekannten zu treffen und neue Gesichter zu entdecken“ – so Hans-Georg Böttinger, Verkaufsleiter der Robert Bosch GmbH.

Thomas Wahl, Vertreter des Familienunternehmens „Sollich KG“ meint dazu: „Wir bekommen gute Möglichkeiten, um Kontakte an Ort und Stelle anzubahnen. Wir möchten gerne unsere Projekte mit ukrainischen Kollegen erörtern“. Das Unternehmen ist in der Ukraine bereits seit den 90-ger Jahren tätig und stellt u. a. komplette Riegelherstellungsanlagen, Pralinenformungssysteme her.

„Die Ukraine gehörte in den letzten Jahren immer zu unseren TOP 10 Exportmärkten“,- so Richard Clemens. - „Und wir haben Vertrauen in die Zukunft – trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage in der sich die weltweiten Märkte momentan befinden. Jede Krise geht irgendwann vorbei und dann heißt es gerüstet sein für die Zukunft“.

D. J.

 

Energieeffiziente Technologien sind in der Ukraine gefragt

Kiew) - Die Ukraine ist nach Aussage von Fachleuten ein Zukunftsmarkt fur energieeffiziente Technologien. Steigende Preise fur Erdgas, Strom und Warmeversorgung zwingen Unternehmen und Privatverbraucher, ihren Energieverbrauch zu senken. Hohes Einsparpotential besteht in Wohn- und Geschaftsgebauden. Vom Bedarf an energieeffizienter Gebaudetechnik konnen auch deutsche Unternehmen profitieren.

In der Ukraine besteht ein hoher Bedarf an energieeffizienten Technologien. Grunde dafur sind die Abhangigkeit des Landes von auslandischen Energieimporten, steigende Energiepreise und ein hohes Einsparpotential. Auf einem deutsch-ukrainischen Forum, das Anfang Dezember in Kiew stattfand, erlauterten Experten den Bedarf an Energiespartechnik in der Ukraine. „Wir mussen alle Moglichkeiten zur Einsparung nutzen“, sagt Oleksandr Mazarchuk, Erster Stellvertreter des Ministers fur Wohn- und Kommunalwesen. Die Ukraine sei jahrlich mit steigenden Preisen fur russische Erdgaslieferungen konfrontiert. Fur 2010 werde ein Preis von 330,00 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter Erdgas erwartet. Gleichzeitig werde ein hohes Ma? an Energie verschwendet – unter anderem wegen veralteter Technik.

Einen Ausweg sehen Fachleute in der Modernisierung von Gebauden. Vor allem Plattenbauten aus der Sowjetzeit gehoren zu den gro?en Energieverschwendern. In den so genannten „Chruschtschow-Hausern“ sind Heizungssysteme veraltet, Fenster und Wande schlecht isoliert, Warmezahler oft nicht vorhanden. „Zurzeit betragt der Erdgasverbrauch in Gebauden 26 Milliarden Kubikmeter pro Jahr“, erklart Oleksandr Mazarchuk. Durch Warmesanierung und Einsatz energiesparender Technik konne der Verbrauch um bis zu 40 Prozent gesenkt werden. Oleksandr Avdienko, Leiter der Abteilung fur Gebaudesysteme im Ministerium fur Regionalentwicklung, schatzt, dass ein Drittel der Wohnhauser in der Ukraine warmesaniert werden mussen. Das entspricht einer Flache von einer Milliarde Quadratmetern. Aufgrund leerer Kassen in den Kommunen nehmen Mieter und Wohnungseigentumer die Sanierung selbst in die Hand. „Zu Sowjetzeiten war Energie im Uberfluss vorhanden, es gab keine Einsparkultur“, sagt Oleksandr Mazarchuk. Zwar ist Energie fur Privatverbraucher in der Ukraine immer noch stark subventioniert. Dennoch steigen die Preise jedes Jahr. „Die Ukrainer sind daher gezwungen, in Energiespartechnik zu investieren“, bestatigt Mazarchuk. Fur Wohnungseigentumer hat die Sanierung noch einen weiteren Vorteil: So genannte „Evroremont“-Wohnungen, in der Ukraine ein Synonym fur moderne Eigentumswohnungen, lassen sich bei Bedarf teuer vermieten.

Energieeffiziente Technologien und Know-how aus Deutschland sind in der Ukraine gefragt. Die Nachfrage reiche von warmedammenden Baustoffen bis zur Entwicklung von Energiesparhausern. „Wir haben gute Erfahrungen mit deutschen Firmen gemacht“, sagt Anatoliy Berkuta, Erster Stellvertreter des Ministers fur Bauwesen.

Das Forum „Energieeffizienz 2009“ wurde organisiert von der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Zusammenarbeit mit der Exportinitiative Energieeffizienz, der Berliner Energieagentur sowie der eclareon GmbH. Die Veranstaltung wurde gefordert vom Bundesministerium fur Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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Deutsch-ukrainische Arbeitsgruppe EM-2012 an den Brennpunkten der Vorbereitung

 

Mit 12 deutschen Unternehmen aus den Branchen Architektur, Bau und Ausrüstung ist der 1. Stellv. Bauminister Anatoliy Berkuta und die Delegierte der Deutschen Wirtschaft Karin Rau unterwegs, um mit Projektanten, Generalunternehmen und Administrationen an konkreten Projekten in Kiew und Lviv zu diskutieren.

Das Match findet bei beliebigem Wetter statt. Dies geflügelte Wort war absolut passend zu der Gruppe deutscher Unternehmer, die an jenem verregneten Mittwoch im Sportkomplex „Olimpiyskyy“ in Kiew auftraten. Es ging allerdings nicht um ein Spiel sondern um die Vorbereitung darauf, genauer nicht mal auf ein Spiel sondern die ganze Fußballeuropameisterschaft.

Genau darüber wurde am 28. und 29. Oktober im Rahmen der deutsch-ukrainischen Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Fußball-EM 2012 in Kiew und Lviv diskutiert. Sie war konkreten Pojekten gewidmet, nämlich dem „Olimpiyskyy“, dem Flughafen Boryspil, dem entstehenden Stadion und dem notwendigen Flughafen-Terminal in Lviv. Die Arbeit wurde geleitet vom 1. Stellvertreter des Bauministers der Ukraine Anatoliy Berkuta und der Delegierten der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine Karin Rau. „Wir arbeiten schon lange mit dem Delegiertenbüro zusammen und deshalb haben wir, als die Fristen zur Klärung ganz entscheidender Fragen zur EM immer knapper wurden, uns vorrangig an Frau Rau gewandt, damit sie uns helfe zur Umsetzung dieser Projekte, die besten deutschen Unternehmen hinzuzugewinnen“, sagte Berkuta zur Begrüßung. Und Frau Rau ergänzte: „Wir haben deutsche Firmen herangeholt, die Stadiondisplays, Funktechnik, Belege, Lacke und Farben und komplette Lösungen anbieten, also hervorragende deutsche Firmen mit großen Erfahrungen und Potenzialen. Viele davon sind nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt mit ihren Leistungsprofilen bekannt!“

Dabei waren tatsächlich sowohl in der Ukraine bereits tätige Unternehmen, wie die REHAU AG, Honeywell oder SIEMENS, als auch solche Unternehmen, die erstmals an großen ukrainischen Projekten mitwirken möchten, wie zum Beispiel die Stechert Stahlrohrmöbel GmbH aus Bayern, die bisher nicht nur die deutschen Stadien komplett bestuhlt hat, sondern u.a. auch WM-Stadien in Südafrika, Nigeria etc.pp..

Im Aufbau ähnelten die Treffen in den Objekten auf den ersten Blick typischen Veranstaltungen – Begrüßung, Vorstellung der Projekte und Auftritte der Teilnehmer. Im Inhalt aber unterschieden sie sich ganz grundsätzlich von den Standardtreffs. Die Generalauftragnehmer und Projektanten ukrainischen Objekte benannten die extrem konkreten Probleme, die zu lösen sie sich selbst realistisch nicht in der Lage sehen, da es an allem fehlt – Technologien, Erfahrungen, Möglichkeiten. Zum Beispiel feuerfester Beton, der auch nach 2,5 Stunden noch nicht brennt, oder ein Gepäck-Registrierungs- und –Erkennungssytem auf Weltniveau. Aus dem Saal kamen konkrete deutsche Angebote und darauf diktierte die ukrainische Seite postwendend die Telefonanschlüsse der für bestimmte Richtungen Verantwortlichen.

So wurde die Vertreterin der K+P Architekten und Stadtplaner GmbH Astrid Eggensberger-Fladner geradezu aufgefordert, sich an der Ausschreibung zu Bau und Ausrüstung des Airports in Lviv zu beteiligen und sich einzubringen Rings um die Beplanung des Stadions in Lviv. Vom Vertreter der „Funkwerk plettac electronic GmbH“ Marco Tietze wurden sehr konkret Angaben zu den von ihm vorgestellten Videoüberwachungssystemen erbeten. Und der Generaldirektor der REHAU-Gruppe in der Ukraine Fedir Omelinskyy stellte außer den bekannten Isolier-Fenstersystemen vor allem Heiz- und Kühlsysteme vor, die man von REHAU nie erwartet hätte, darunter ein System zur Rasenheizung von Fußballstadien. „Diese Veranstaltung half tatsächlich Geschäftskontakte herzustellen zu Projekten im Rahmen der Fußball-EM. Es ist doch immer besonders wichtig, Informationen aus erster kompetenten Hand zu erhalten, um zu verstehen, dass man in der richtigen Richtung marschiert.“ So klangen die Gesamteinschätzungen fast aller Teilnehmer übereinstimmend.

Da wurden auch Fragen tangiert, die gar nicht direkt mit der EM zu tun haben. Die Remmers Baustofftechnik GmbH, die eigentlich Belege in allen Stadien weltweit einbringt, wurde eingeladen, an der Untersuchung der seit 1959 existierenden und unter UNESCO-Schutz befindlichen Riesenkuppel im Terminal B des Flughafens Boryspil mitzuwirken. Ein weiteres Beispiel für eine noch nicht bei allen verstandenen, ganz wichtigen Tatsache: Die EM kommt und geht, aber alles was in ihrer Vorbereitung in der Ukraine entsteht, bleibt! Diese aufwändige und nicht immer einfache Vorbereitung bringt das Land insgesamt sprungartig voran. Die Infrastruktur wird 2012 ganz anders aussehen als heute und diese Riesenfortschritte würden ohne die EM überhaupt nicht oder zumindest auf lange Zeit nicht entstehen! Und für die deutsche Seite ist mit der EM auch nicht Schluss. Einmal richtig bekannt auf diesem Markt, wird es weitergehen!

Obwohl diesmal nur vier konkrete Projekte im Mittelpunkt standen, so ist die mögliche und wünschenswerte Zusammenarbeit damit bei weitem nicht begrenzt. Es gibt noch jede Menge von Städten und Flugplätzen mit guten Grundlagen für Verhandlungen. Die ukrainischen Unternehmen sind an neuen Maschinen und Technologien interessiert, die deutschen verfügen über hinreichende Kapazitäten, um ihre Produkte in die Ukraine zu liefern, deshalb arbeiten sie mit viel Begeisterung auf dem großen ukrainischen Markt. „Die Veranstaltung war sehr positiv. Es gab sehr interessante Gespräche. In der Ukraine gibt es sehr viele Flughäfen, wo unsere Standards einfach notwendig sind. Ich betrachte das als Chance für unsere Firma“, sagte abschließend Marco Tietze, der Vertreter der Firma „Funkwerk plettac electronic GmbH“. Dabei zweifelt niemand an der Verantwortlichkeit und der Kompetenz der deutschen Unternehmen, und das Preis-Leistungs-Verhältnis wird auf der ukrainischen Seite anerkannt. „Wir haben gute Erfahrungen der Zusammenarbeit mit deutschen Firmen, wie Siemens, ThyssenKrupp vielen anderen mehr und ich hoffe, dass wir diese Zusammenarbeit in Zukunft erweitern weren“, merkte der stellvertretende Generaldirektor von Boryspil Sergiy Murashkyn an. Und Anatoliy Berkuta fasste zusammen: „Ich bin dem Delegiertenbüro sehr dankbar für die geleistete Arbeit, dafür dass bei uns in der Ukraine sich Kontakte mit so konkreten Unternehmen entwickeln.“

Alle Kontaktdaten und weitere Informationen können Sie bei der Delegation der Deutschen Wirtschaft anfragen.

Kiew, den 30.10.09

Presse Mitteilung der Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine

 

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